Am kommenden Samstag ist es soweit: Im Schloss Stainz wird das neue Erzherzog Johann Museum als Teil des Universalmuseum Joanneum feierlich eröffnet. Auf 650 klug gestalteten Quadratmetern wird sein Leben und Wirken für die Steiermark umfassend erzählt.
„Ohne Erzherzog Johann wäre die Steiermark nicht die Steiermark“, bringt es Landeshauptmann Christopher Drexler bei einem Vorabbesuch des neuen Museums auf den Punkt. Und so verwundert es nicht, dass dem „steirischen Prinzen“ im Schloss Stainz, das auch sein Wohnsitz war, umfassend gehuldigt wird. Schließlich gäbe es ohne den Erzherzog und seinem Wunsch, in der Steiermark eine große Bildungsinstitution zu gründen, auch das Universalmuseum Joanneum nicht, zu dem die neue Institution nun als 20. Museum gehört.
Auf 650 Quadratmetern werden alle Aspekte des Habsburgers, der sein Leben dem Fortschritt verschrieben hat, durchleuchtet, klug gestaltet von „die Organisation“ und wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet von Museumsleiter Karlheinz Wirnsberger und seinen Kuratorinnen Barbara Müller sowie Maria Zengerer. Neben vielen spannenden Objekten aus der Sammlung des Joanneums laden auch zahlreiche interaktive Stadtionen zu einer näheren Auseinandersetzung ein. Vertiefen kann man sein Wissen zudem in vielen Schubladen, wo man Briefe und persönliche Gegenstände finden kann.
Bereits der Gangbereich wird genützt, um nicht nur die Reformen Erzherzog Johanns und sein internationales Netzwerk vorzustellen, sondern ihn auch zeitlich einzuordnen. Da wird Information kompakt und leicht verständlich geliefert. Ein Blick auf „sein“ Stainz (schließlich war er dort auch Bürgermeister), die Geschichte des Schlosses als Wohnsitz für die Familie und ein Überblick über seine vielen Gründungen folgen. Dann wird die Familie vorgestellt, wobei seiner resoluten Frau Anna Plochl und sehr viel spätere Gräfin von Meran – abseits der kitschigen Überlieferungen um die nicht standesgemäße Liebe – etwas weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als erwartet. Eine schöne Idee ist hingegen das vom Steirischen Heimatwerk originalgetreu nachgeschneiderte „Steirerfrackl“ des Erzherzogs, mit dem er seine Verbundenheit zum Volk zu betonen pflegte.
Verbindung von Tradition und Fortschritt
Natürlich werden auch seine Rollen als Reichsverweser und Militär thematisiert, so wie seine Naturverbundenheit, seine Reiseleidenschaft und die vielen Errungenschaften, die er in der Steiermark – manchmal auch gegen großen Widerstand – durchgesetzt hat und die Joanneum-Chef Marko Mele in einem Zitat des Prinzen zusammenfasst: „Treu dem guten Alten, deshalb nicht minder empfänglich für das gute Neue“.
Offiziell eröffnet wird das Erzherzog Johann Museum mit einem großen Festakt am kommenden Samstag um 11 Uhr. Bis jetzt haben sich schon mehr als 250 Gäste dafür angemeldet.
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