Wenn man in Tbilisi, der ärmlichen Hauptstadt der Kaukasusrepublik Georgien und Heimat Stalins, den Bergrücken hinaufblickt, sieht man einen hypermodernen Villenkomplex, als sei dort ein Raumschiff vom Mars gelandet. Hier residiert der „Pate“ der Republik, der russisch-georgische Oligarch Bidsina Iwanischwili. Sein Reichtum ist größer als das Nationalbudget von Georgien.
Von hier aus dem Hintergrund zieht Iwanischwili mit seiner Partei „Georgischer Traum“ seit 2012 die Fäden. Er wurde den Ruf nie los, von Putin entsandt worden zu sein, um die Kaukasusrepublik bei der Stange zu halten, denn die demokratischen Politiker wollen diesen georgischen Traum in Europa verwirklichen.
Lange Zeit schränkte sich Putins Oligarch auf Zuwarten. Seit jedoch die EU Georgien den Kandidatenstatus zum EU-Beitritt verliehen hat und eine NATO-Mitgliedschaft winkt, ist Schluss mit lustig.
Jetzt soll Georgien zurückgeholt und in die „Russische Welt“ („Russkij Mir“) eingegliedert werden, notfalls mit Gewalt. Ein Fünftel der Republik, Abchasien und Südossetien, sind ohnehin (schon) von Russland besetzt.
Der Kaukasus ist die zweite Front in dem großen Ringen zwischen Russland und dem Westen geworden. Auch hier erfüllt sich Putin den Traum von der Rückkehr zu den strategischen Grenzen des russischen Imperiums. Stück um Stück geht dabei die Freiheit anderer Völker verloren.
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