Zittern und bangen hieß es in der vergangenen Woche für Oberösterreichs Weinbauern. Die Minusgrade in manchen Nächten haben den Reben zugesetzt. Jetzt, da es wieder wärmer ist, ziehen die heimischen Winzer Bilanz. Und die fällt – trotz einiger irreparabler Schäden – verhalten hoffnungsvoll aus.
Wer an Wein denkt, hat wohl eher das Burgenland, die Steiermark oder Niederösterreich im Sinn. In diesen Bundesländern brannten zuletzt in Dutzenden Weingärten sogenannte Frostfeuer, um die Reben vor dem Frost zu schützen. Doch auch in Oberösterreich hat die Kälte der vergangenen Woche den Winzern schlaflose Nächte bereitet. Knapp 40 Winzer bauen hierzulande auf mehr als 100 Hektar Rebfläche Wein an.
Für viele von ihnen könnte es ein hartes Jahr werden, denn sie bangen um ihre Ernte: „Nach warmer Witterung und Tagen mit fast 30 Grad haben die Weinreben längst ausgetrieben. Die frischen grünen Triebspitzen wurden durch den Frost aber einer harten Prüfung unterzogen“, sagt Agrarlandesrätin Michaela Langer Weninger (ÖVP).
Jetzt heißt es bangen. In weiten Teilen Oberösterreichs sind wir bislang glimpflich davongekommen. Aus Naarn wissen wir leider bereits von einem sehr hohen Ausfall.
Leo Gmeiner, oö. Weinbau-Präsident
Totalausfälle im Mühlviertel
Das Schlimmste scheint aber überstanden: Nach der bisher letzten Frostnacht von Donnerstag auf Freitag lautet der Tenor der Winzer: „Wir sind mit einem dunkelblauen Auge davongekommen.“ Einige Betriebe, etwa in Naarn und im Haselgraben haben zwar tatsächlich Totalausfälle zu verzeichnen. Andere Weinbauern berichten auch von Schäden, sind aber verhalten optimistisch, dass sich die Rebstöcke, insbesondere die Triebe überwiegend erholen.
Die kommenden Wochen sind entscheidend
Trotzdem bleibe abzuwarten, wie sich die doch „beleidigten“ Jungtriebe der Reben in den kommenden Tagen bei prognostizierten 25 bis 28 Grad weiterentwickeln. „Jetzt heißt es bangen. In weiten Teilen Oberösterreichs sind wir bislang glimpflich davongekommen“, sagt Weinbau-Präsident Leo Gmeiner. Eine endgültige Einschätzung der Schäden werde erst in zwei bis drei Wochen möglich sein.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.