Dass die strahlenden Eltern Baby Erik im Arm halten dürfen, verdanken sie einer im Grazer LKH geschafften Sensation! Der Säugling wurde noch im Mutterleib operiert – da wog er gerade einmal 300 Gramm. . . Und danach bestens versorgt, jetzt durfte er endlich heim aus dem Spital.
Erik ist ein wunderhübsches Baby, friedlich schlummert er in den Armen der glückseligen Eltern, manchmal scheint er im Schlaf zu lächeln. Doch dass der jetzt zwölf Wochen alte Säugling auf der Welt ist, gesund, mit besten Chancen, ein normales Leben führen zu können, ist eine Sensation. Und das verdankt er Kinderexperten an der Grazer Uniklinik. Ihrer ärztlichen Kunst, ihrer Empathie und ihren unermüdlichen Anstrengungen, den Buben leben zu sehen.

Die Chancen dafür: minimal. Schon das erste Ultraschallbild zeigte eine Fehlbildung der Lunge, mit enormen Zysten. „Das gibt es leider manchmal“, so Holger Till, Vorstand der Kinder- und Jugendchirurgie. Mit meist fatalen Folgen: Die Zysten wachsen, drücken das Herz zusammen – „das führt unbehandelt zum Tod im Mutterleib“.
Dem verzweifelten slowenischen Paar konnte in seiner Heimat nicht geholfen werden, es wandte sich nach Graz um Hilfe, „und uns wurde sofort geantwortet!“ Und reagiert. Koryphäe Philipp Klaritsch legte einen 2,5 Zentimeter großen Shunt durch die Brustwand in eine der Riesenzysten. Bei einem Ungeborenen, das gerade einmal 300 Gramm wog! „Damit konnte Flüssigkeit abfließen, der Druck aufs Herz verringert werden.“ Und gleich nach der Geburt wurde von Till ein Teil der Lunge entfernt. Damit waren auch die Zysten weg. Till: „Und die Lunge wächst bis zum vierten Lebensjahr nach. Wir müssen ihr nur Zeit geben.“
Erik musste gleich nach seiner Geburt am 29. Jänner 55 Tage auf die Intensivstation. Auch eine herausfordernde Zeit: „Es war oft genug ein Schritt vor, zwei zurück“, schildert Birgit Hochreiner von der Leitung. Aber er lebt! Der Eingriff, der so noch nie in Graz durchgeführt wurde, findet international Beachtung.
Die Eltern, die noch eine zweijährige Tochter haben, können es gar nicht fassen, halten mit größtem Strahlen ihren winzigen Erik im Arm: „Als wir seinen ersten Schrei gehört haben, waren wir einfach nur dankbar, demütig und überwältigt. Wir wissen gar nicht, wie wir allen hier in Graz danke sagen sollen!“
Was für eine schöne Nachricht, oft genug geht es bei der Uniklinik Graz ja bekanntlich nur noch um Gesundheitskrise, lange Wartelisten, Personalmangel. Holger Till sagt: „Wir mögen unsere Probleme an der Klinik haben. Aber so etwas zeigt: Wir funktionieren!“
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