Winter-Vorboten

Kaltfront sorgt für angezuckerte Berge und Kettenpflicht

Österreich
13.09.2012 12:40
Neun Tage vor dem kalendarischen Herbstbeginn haben eine massive Kaltfront aus dem Nordwesten und ein Adriatief für die prognostizierten niedrigen Temperaturen und sogar für Schneefälle in den Bergen gesorgt: Auf einigen Straßen im Westen Österreichs musste am Donnerstag sogar Schneekettenpflicht verhängt werden.

In Vorarlberg sank die Schneefallgrenze auf 1.200 Meter, wodurch auf der Silvretta-Hochalpenstraße (Bilder) abschnittsweise Kettenpflicht bestand. Laut ÖAMTC war die Strecke ab Donnerstagmittag aber wieder frei befahrbar.

Schnee und Matsch brachten auch in Tirol nicht nur einen Vorgeschmack auf den Winter, sondern führten auch zu Verkehrsbehinderungen. Laut ARBÖ bestand in den Nachtstunden auf der Paznauntalstraße zwischen Galtür und Pians für alle Fahrzeuge Schneekettenpflicht. Auch auf der Ötztalstraße herrschten zwischen Untergurgl und Timmelsjoch schwierige Fahrbedingungen wegen Schneeglätte.

Im Salzburger Ort Obertauern, auf rund 1.700 Metern Seehöhe, reichten Schneemengen von rund 15 Zentimetern in den Morgenstunden schon für eine kleine Schneeballschlacht. In tieferen Lagen - wie in Böckstein im Gasteinertal oder in Zauchensee - war es mit drei Zentimetern nur angezuckert. Die weiße Pracht schmolz aber innerhalb kurzer Zeit wieder. "In Gastein hat es schon wieder drei Grad", berichtete Alexander Ohms von der Wetterdienststelle am Vormittag.

Etwas länger wird sich der Schnee in den höheren Lagen halten. Am Sonnblick wurden 45 Zentimeter Neuschnee gemessen, auf der Rudolfshütte 43 Zentimeter. Bis Sonntag - die Wetterdienststelle rechnet am Wochenende in 2.000 Metern Höhe wieder mit Temperaturen von plus zehn Grad - wird der Neuschnee aber auch in den Hohen Tauern wieder geschmolzen sein. "Im September geht das sehr schnell wieder weg. Das haben wir auch vor zwei Wochen gesehen, als es in den höheren Lagen 30 bis 40 Zentimeter Neuschnee gab", sagte Ohms.

Zu Verkehrsbehinderungen führten die Schneefälle in Salzburg nicht. Einzig die Großglockner Hochalpenstraße war am Donnerstag wegen Schneefalls gesperrt, hieß es seitens des ÖAMTC.

In der Steiermark bescherten Schneefälle in den Nachtstunden den Gipfeln des Gesäuses, der Schladminger und Niederen Tauern, dem Erzberg, dem Mariazeller Land, dem Lachtal, der Waldheimat und der Turracherhöhe weiße Häubchen. In höher gelegenen Gebieten wie der Planneralm auf über 1.600 bzw. der Turrach auf über 1.700 Metern Seehöhe waren es auf den Gipfeln sogar zehn bis 15 Zentimeter.

In Kärnten gab es in den hohen Tauern über Nacht ergiebige Schneefälle. Auf der Rudolfshütte (2.315 Meter) wurden rund 40 Zentimeter Neuschnee registriert, sagte ZAMG-Metorologe Paul Rainer von der Wetterwarte Klagenfurt. Zwar schneite es teilweise bis auf 1.200 Meter herab, in diesen Lagen blieb der Schnee allerdings kaum liegen. "Der Boden ist einfach noch zu warm", erklärte Rainer. 

Am Dobratsch (2.166 Meter) bei Villach kamen immerhin noch acht Zentimeter Schnee zusammen. Verkehrsbehinderungen wurden kaum registriert. Lediglich auf der Turracher Höhe an der kärntnerisch-steirischen Grenze war am Donnerstag Winterausrüstung erforderlich, teilte der ÖAMTC mit.

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