Der EU-Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf. Die Spitzenkandidaten touren durchs Land, und in den Medien häufen sich die Interviews. Die altgedienten männlichen Polit-Profis, Lopatka von der ÖVP, Schieder von der SPÖ, Brandstätter von den NEOS und Vilimsky von den Freiheitlichen, bleiben inhaltlich weitgehend bei ihrer bisherigen Linie. Die ÖVP präsentiert sich als Europa-Partei, die SPÖ tritt für soziale Fairness ein, die NEOS für die Vereinigten Staaten von Europa und die FPÖ für eine radikale Reform der EU. Die Grünen kokettieren hingegen mit Wortspielen bezüglich des Namens ihrer politisch eher ahnungslosen Kandidatin. Ziemlich widersinnig wird vom „guten alten Schilling“ gesprochen, obwohl man ja junge Wähler mit dem Thema Klimaschutz ansprechen will.
EINERSEITS dürfte man mit diesem Wahlkampf die Österreicher kaum zu einer besonders hohen Wahlbeteiligung motivieren.
ANDERERSEITS zeichnet sich doch eine Kampagne aller Parteien gegen die Freiheitlichen rund um Harald Vilimsky ab. Nachdem dieser den Umfragen zufolge in der Wählergunst führt und man einen blauen Durchmarsch bis zur Nationalratswahl fürchtet, dürfte das Motto lauten: Alles gegen die Freiheitlichen. Sie würden als Feinde Europas den Öxit anstreben, seien „Volksverräter“ und „Putin-Brüder“. Ob man mit derlei Totschlag-Argumenten der FPÖ wirklich schadet oder vielleicht nicht doch nützt, wird sich wohl erst am Wahltag zeigen.
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