Geweihte Palmbuschen sind Osterschmuck und Heilsbringer. Sieben Gehölzer auf Stecken und bunten Bändern läuten die Karwoche ein – in Freude auf das Osterfest.
Die Tage werden länger, die Bäume grüner und der Palmsonntag steht vor der Tür: Mit Palmbuschen stimmen sich die Salzburger auf den höchsten christlichen Feiertag ein. Für den Sonntag vor Ostern werden traditionell Zweige sieben heimischer Hölzer zusammengebunden und mit bunten Hobelscharten oder Bändern geschmückt. Oft blasen Kinder Eier aus, bemalen sie und schmücken den Buschen damit. Nach der Segnung durch einen katholischen Pfarrer am Palmsonntag sind diese Palmbuschen auf Stecken von der Haselnuss vor und in Salzburgs Häusern und Gärten zu sehen.
Dafür werden neben den flauschigen Palmkatzerl Buchs, Eibe, Stechpalme, Thuja, Wacholder und Zeder gesammelt und verwendet. Mit dem Brauch, der vor 30 Jahren auch in der Stadt wieder aufgegriffen wurde, soll Böses abhalten und eine gute Ernte bringen. Am Land findet man die Palmbuschen auch in den Ställen, wo sie Fruchtbarkeit bringen sollen. So hofft man, Hof, Felder und Tiere zu schützen. Hildegard Schirlbauer vom Salzburger Heimatwerk hat eine Erklärung parat, warum die Palmbuschen heute immer noch gebunden werden: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Traditionen helfen in Krisenzeiten, weil man sich auf die Feste besinnt und darauf freut.“
Das Palmbuschenbinden steigere die Vorfreude auf Ostern und – nach sechs Wochen Entbehrung – auf das baldige Fastenbrechen. Werden die Palmbuschen am Palmsonntag geweiht, läutet das die Karwoche ein und Ostern ist nicht mehr weit. „Für mich ist das Palmbuschenbinden ein Rückbesinnen auf Traditionen. Und es hat etwas Geselliges“, schwärmt Schirlbauer.
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