Nach Graz ging Platz zwei unter den beliebtesten "Radstädten" an Salzburg, Platz drei an Bregenz. "Alle drei Städte sind Vorreiter beim Thema Radfahren. Der aktiven Radverkehrspolitik in diesen Städten ist es zu verdanken, dass die Bedingungen für das Radfahren besser sind als im Rest Österreichs", stellt VCÖ-Experte Markus Gansterer fest.
Im Schnitt wird in Graz und Salzburg jeder sechste Alltagsweg mit dem Fahrrad zurückgelegt, in Bregenz sogar jeder fünfte - das sind fast dreimal so viele Wege wie im Österreich-Schnitt.
Vorarlberg als Seriensieger
Im Bundesländer-Ranking schneidet Vorarlberg beim Radfahren am besten ab. Das Ländle gewann den Titel "Radfahrfreundlichstes Bundesland" bereits zum siebenten Mal in Folge. Dort sei die Infrastruktur am besten für die Einspurigen ausgebaut, heißt es.
Obwohl Wien im Länder-Ranking sogar den zweiten Platz belegt, kämpfen Radfahrende dort mit einem rauen Verkehrsklima. Nur jeder fünfte Befragte gab an, in Wien von anderen Verkehrsteilnehmenden ausreichend respektiert zu werden. In Vorarlberg erleben rund die Hälfte der befragten Radlerinnen und Radler andere Verkehrsteilnehmende als rücksichtsvoll.
Telefonierende Autofahrer sowie Autos, die Radfahrer zu knapp überholen, sind ebenfalls in Wien am häufigsten. Mehr als 80 Prozent der Befragten gaben an, sie würden in Wien von Autofahrern mit zu geringem seitlichem Abstand überholt. In Vorarlberg kennt nur rund jeder zweite Radfahrende dieses Problem.
Handyverbot und 0,5 Promille: Ministerium gesprächsbereit
Das Radfahren ist zurzeit auch bundespolitisch Thema. Die Forderung der Wiener ÖVP nach einem Handyverbot und der Herabsetzung des Alkohollimits auf 0,5 Promille für Radler stößt im Verkehrsministerium auf Interesse: "Selbstverständlich ist man gesprächsbereit", betonte ein Sprecher von Verkehrsministerin Doris Bures am Mittwoch.
Im Herbst würden Experten des ständigen Unterausschusses Radverkehr des Verkehrssicherheitsbeirates in "aller Tiefe und Breite" darüber diskutieren. In dem Gremium werde auch über etwaige Fahrrad-Nummerntafeln (siehe Infobox) und die Flexibilisierung der Radwegebenützungspflicht beraten.
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