'Ein schwerer Fehler'

189 Passagiere der AUA in Bratislava gestrandet

Österreich
06.08.2012 13:53
189 Passagiere einer AUA-Chartermaschine sind in der Nacht auf Sonntag am Flughafen Bratislava ausgesetzt worden und mussten rund vier Stunden lang in einer Halle (Bild) ausharren, um anschließend auf vorerst eigene Kosten heimzureisen. Grund dafür war einerseits ein Unwetter, andererseits aber offenbar auch, dass die Arbeitszeit des Bordpersonals zu Ende gegangen war. Peter Thier, Sprecher der AUA, gestand gegenüber der "Krone" am Montag einen "schweren Fehler" ein.

Eigentlich hätte der Flug OS9254 um 0.25 Uhr in Wien-Schwechat landen sollen. Wegen eines starken Unwetters über der Bundeshauptstadt wurden allerdings mehrere Flieger umgeleitet, eine Maschine - von Teneriffa kommend - musste auf den Flughafen Bratislava ausweichen.

Das Flugzeug landete gegen 1.30 Uhr in Bratislava und sollte später eigentlich nach Wien weiterfliegen. Nachdem das Bordpersonal aber um 3.30 Uhr die gesetzlich geregelte Arbeitszeit überschritten hatte, wurden die Passagiere kurzerhand dazu aufgefordert, "aus Sicherheitsgründen" auszusteigen. Angeblich wegen des Unwetters, das sich auf Bratislava zubewegte. 

Plötzlich fanden sich die verdutzten Insassen in der Ankunftshalle wieder. Es habe keine Informationen seitens der AUA gegeben und auch keine Verpflegung, zudem sei die Flugzeugcrew plötzlich verschwunden gewesen, berichten Betroffene. "Hier gab es offenbar bereits Kommunikationsprobleme", sagte Thier.

"Entspricht keinesfalls unseren Qualitätsstandards"
Erst vier Stunden später war das Gepäck der Gestrandeten ausgeladen. Doch damit war die Odyssee noch nicht zu Ende, denn auch für einen Weitertransport mit Bussen war angeblich nicht gesorgt worden. So mussten sich alle 189 Passagiere auf eigene Kosten etwa mit Taxis nach Wien chauffieren lassen.

"Das entspricht keinesfalls unseren Qualitätsstandards", gab der AUA-Sprecher gegenüber der "Krone" zähneknirschend zu. "Man hätte von Wien aus eine Armada von Taxis nach Bratislava schicken müssen und natürlich die Kosten dafür übernehmen." Thier erklärte, dass die Fluggesellschaft natürlich die Kosten für die Rückreise aus Bratislava übernehmen werde. Alle Betroffenen würden gebeten, sich via E-Mail bei der AUA zu melden. Es gebe auch einen zusätzlichen Bonus als Wiedergutmachung.

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