Rätsel und Unfug. Was ist da los in Österreich? „Das Gespenst des Kommunismus geht um in Salzburg“ heißt es bei der „Süddeutschen Zeitung“, während „Die Welt“ titelt: „Das gutbürgerliche Salzburg strahlt jetzt rot“. Der kommunistische Erfolgslauf in Teilen Österreichs, wo die Tiefroten zunächst Graz eroberten und jetzt auch um den Bürgermeistersessel in der Stadt Salzburg kämpfen, nachdem KPÖ-Kandidat Kay-Michael Dankl seine Partei bei den Gemeinderatswahlen am Sonntag fast auf Platz 1 geführt hat und sich selbst als Zweiter in die Bürgermeisterstichwahlen in zwei Wochen katapultierte. Viele rätseln, noch mehr verbreiten Unfug über die Ursachen des Erfolges. Der hat auch in diesem Fall mehr als nur einen Vater.
Vater des Erfolges. Der Übervater des KPÖ-Erfolges in Salzburg–das ist natürlich Kay-Michael Dankl. Dieser, nebenbei Jungvater mit Baby um den Bauch bei seiner Stimmabgabe, entspricht, wie heute „Krone“-Kolumnistin Conny Bischofberger schreibt, „so gar nicht dem Typus eines Durchschnittspolitikers“. Oder, wie es „Krone“-Urgestein Hans Peter Hasenöhrl formuliert: „Der smarte Mann redet verständlicher als die anderen Kandidaten. Er ist jünger, er wirkt erfrischender, er lächelt milder.“ Der Ex-Chefredakteur der „Salzburg-Krone“ weiß freilich auch, was sonst noch eine Rolle spielt: „Im Spiel der Mächtigen sind für die Menschen an der Salzach nur Nebenrollen vorgesehen.“ Salzburg sei die „Hauptstadt der Wohnungsnot, der Wuchermieten, der irren Energiepreise und des Staus.“ Hasenöhrl ortet eine „toxische Mischung der Unzufriedenheit“. Ja, man wählt in Graz und neuerdings auch in der Stadt Salzburg notfalls kommunistisch, weil man sich von den Alt-Großparteien vernachlässigt, unverstanden fühlt. Weil man gegen „die da oben“ protestiert. „Die da oben“ dürfen, nein müssen es als Weckruf sehen: Hört endlich auf die Sorgen, versteht endlich die Ängste vieler Menschen!
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