Neues Schutzgebiet

Kärntens Blumenberg als letzter Zeuge seiner Art

Kärnten
29.02.2024 18:45

Mit insgesamt 73 Natura 2000-Schutzgebieten zählt Kärnten österreichweit zum Spitzenfeld. Seit Kurzem ist das Bundesland um ein weiteres Schutzgebiet reicher: die Mussen. Der Blumenberg Kärntens besticht durch seine Artenvielfalt und gilt als eine der letzten großen Mähwiesen.

Hoch über dem Lesachtal, westlich des Gailbergsattels auf rund 1500 Höhenmetern erstreckt sich die Mussen, Kärntens jüngstes Natura 2000-Schutzgebiet. Doch der Weg für den Blumenberg zum Schutzgebiet war ein langer. Denn schon 1995 wurde die Mussen von Österreich der Europäischen Union als Natura 2000-Gebiet gemeldet. Doch immer wieder wurde von politischen Akteuren die Ernennung auf die lange Bank geschoben - bis vor wenigen Tagen. „Der heutige Beschluss ist ein Meilenstein von europaweiter Relevanz“, sagt Kärntens Umweltlandesrätin Sara Schaar, kurz nach der Ernennung zum Natura 2000-Schutzgebiet. Doch was macht die 378 Hektar große Wiese so besonders?

Natura 2000

Zu Natura 2000 zählen Lebensräume von gefährdeten Pflanzen- und Tierarten und ihres natürlichen Lebensraumes in der ganzen EU. In Kärnten gibt es aktuell 73 Natura 2000-Gebiete. Sie machen rund 75.000 Hektar der Landesfläche aus.

Lebensraum für Pflanzen und Tiere
Schon bei der Entdeckung der Mussen im Jahr 1864 erkannten nicht nur die Landwirte des Gail- und Lesachtales, dass es sich bei dem Areal um einen besonderen Schatz handelt. Auch Forscher der damaligen Zeit nahmen den Hang genauer unter Lupe und stellten dabei Überraschendes fest: Der Artenreichtum ist einmalig. Begünstigt durch das Mittelmeerklima wachsen auf der Mussen mehr als 500 verschiedene Pflanzenarten. Darunter zahlreiche Orchideenarten, wie die Türkenbundlilie oder der extrem seltene Frauenschuh.

Aber nicht nur seltene Pflanzenarten fühlen sich auf der Almwiese wohl. Naturforscher konnten auf der Mussen über Hundert verschiedene Spinnenarten und 670 Schmetterlingsarten zählen. Das 378 Hektar große Areal bietet für knapp 1100 Tiere einen Lebensraum.

Landwirtschaft unterstützt die Vielfalt
Unter den ganzen Lebewesen auf der Mussen befindet sich auch der Goldene Scheckenfalter. Ein Schmetterling, der aufgrund der zunehmenden Veränderungen in der Landwirtschaft immer mehr vom Aussterben bedroht ist. Dem kleinen Falter kann das auf der Mussen aber nicht passieren. Dort mähen die Lesachtaler Landwirte die Almwiese noch immer mit der Hand. 

Denn auch sie sind sich bewusst, dass so ein artenreicher und wunderschöner Ort nur bestehen kann, wenn man der Natur ihren Freiraum lässt ...

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