Volkshilfe

Kinderarmut: Aktion gegen ein unnötiges Schandmal

Vorarlberg
28.02.2024 17:10

„Kein Kind muss arm sein“, redet Anton Schäfer der Politik ins Gewissen. Die Volkshilfe hat am Mittwoch die „Ortstafel-Aktion“ gestartet und wirbt auf diesem Wege um Unterstützung für eine effiziente Kindergrundsicherung.

„Wir können Kinderarmut abschaffen", stand auf einem großen Plakat, das Anton Schäfer von der Volkshilfe Vorarlberg am Mittwoch vor dem Rathaus in Bregenz in die Kameras hielt - daneben stand Bürgermeister Michael Ritsch mit dem Ortsschild der Landeshauptstadt in der Hand. Es war dies der Auftakt zur „Ortsschild-Aktion“ der Volkshilfe in Vorarlberg, um für eine Kindergrundsicherung Stimmung zu machen.

„Wir wünschen uns, dass möglichst alle Bürgermeister und Gemeinderäte, viele Institutionen, Einrichtungen und Unternehmen in Vorarlberg diese Aktion unterstützen und ein Zeichen für die Abschaffung der Kinderarmut in Österreich setzen“, erklärt Schäfer. Alle Unterstützer werden gebeten, sich mit einer Ortstafel ihrer Gemeinde abzubilden und die Fotos an die Volkshilfe zu senden. So sollen österreichweit tausende „Unterstützungserklärungen“ zusammenkommen. „Es ist dies auch ein Signal an die nächste Bundesregierung, ganz unabhängig von der parteipolitischen Zusammensetzung, aktiv zu werden."

Auch Bregenzer Bürgermeister ist dabei
Mit dem Bregenzer Stadtoberhaupt hat die Volkshilfe einen ersten gewichtigen Unterstützer gewonnen. Für Ritsch ist klar: „Wir Kommunalpolitiker bekommen die traurige Lebensrealität armutsgefährdeter Kinder und Jugendlichen tagtäglich mit. Als Bürgermeister ist der Schutz meiner Bürger die oberste Pflicht. Dazu zählt auch der Schutz vor Armut und Kinderarmut. Deswegen ist es für mich vollkommen klar, dass ich als gewähltes Oberhaupt unserer Stadt die Initiative der Volkshilfe unterstütze.“

Zitat Icon

Mit einer Grundsicherung ließe sich Kinderarmut in einem der reichsten Länder der EU fast gänzlich abschaffen.

Anton Schäfer, Volkshilfe Vorarlberg

Mehr als 350.000 Kinder in Österreich und 18.000 in Vorarlberg sind von Armut bedroht - und es werden stetig mehr. „Mit einer Kindergrundsicherung ließe sich Kinderarmut in einem der reichsten Länder der EU fast gänzlich abschaffen“, ist Anton Schäfer überzeugt. Die Volkshilfe hat bereits ein entsprechendes Modell erarbeitet. Demnach wäre eine Kindergrundsicherung sozial gestaffelt. Sie steigt mit sinkendem Einkommen der Eltern und würde Familienbeihilfe und Kinderabsetzbetrag ersetzen.

Bürokratische Hürden ließen sich abbauen
So könnten auch bürokratische Hürden abgebaut werden. Die Höhe orientiert sich am Referenzbudget der Schuldnerberatung. Zuletzt wurden exakt 872 Euro pro Kind errechnet, wobei drei Viertel der Ausgaben auf Essen, Wohnen und Schule entfallen, der Rest auf soziale Teilhabe und gesundheitliche Versorgung.

Das Europäische Zentrum für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung hat bereits festgestellt, dass die Armutsgefährdung in der Gesamtbevölkerung auf 8,6 Prozent und bei den 0- bis 17-Jährigen sogar auf 2,8 Prozent sinken würde. Die Wirkung der Kindergrundsicherung wurde zudem in einem zweijährigen Pilotprojekt der Volkshilfe getestet - mit erfreulichen Ergebnissen. In Vorarlberg unterstützen neben der Armutskonferenz bislang nur Arbeiterkammer, SPÖ und Grüne eine Kindergrundsicherung. Soziallandesrätin Katharina Wiesflecker hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die sich mit einer „Modellregion Vorarlberg“ beschäftigt. Der Ausgang ist offen.

Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Vorarlberg Wetter
0° / 5°
Schneeregen
1° / 8°
einzelne Regenschauer
2° / 8°
leichter Regen
2° / 9°
einzelne Regenschauer



Kostenlose Spiele