Alexej Nawalny:

Märtyrertod im Gefängnis der Grausamkeit …

Ausland
24.02.2024 09:56

2020 überlebte Regime-Gegner Nawalny einen Giftanschlag - nun starb er in einem sibirischen Straflager als unbeugsamer Held der Freiheit.  

„Ich fühle, dass du jede Sekunde in meiner Nähe bist, und ich liebe dich mehr und mehr“, dieser berührende Valentinsgruß war am 14. Februar die letzte Botschaft des 47-jährigen Kremlkritikers Alexej Nawalny aus dem Straflager „Polarwolf“ an seine Frau Julia (47). Zwei Tage später erfuhr sie in München - kurioserweise bei der Sicherheitskonferenz - vom plötzlichen Tod ihres Mannes.

Als Frau an der Seite dieses inhaftierten Anti-Korruptionsaktivisten, der wie ein Wolf gegen Putins Potentat und für Freiheit und Demokratie in Russland gekämpft hatte, wusste sie um den brutalen Psychoterror, dem ihr Alexej ausgesetzt war. Dass auch sie verfolgt und beschattet wurde und wird, nahm sie in Kauf.

Dass man ihn als Oppositionskämpfer im sibirischen Gefängnis der Grausamkeit mit Brachialgewalt brechen und mit Nerventerror zur Aufgabe seines Widerstands zwingen wollte, wusste Nawalny von Anfang an. Er versuchte mit Humor und unbeugsamer Willenskraft die Torturen zu ertragen.

Folter, um Staatsfeind Nr. 1 psychisch zu brechen
Doch im Dezember verschwand Putins „Staatsfeind Nr. 1“ im sibirischen Charp, dem Gefängnis der Grausamkeit. Die Liste der Foltermethoden in der Strafkolonie IK-3, 1900 Kilometer nordöstlich von Moskau, liest sich wie das Handbuch eines Gruselkabinetts. Fürchterliche Brutalitäten, die aus dem 1,90-Meter-Hünen Nawalny einen Zwerg der Unterwürfigkeit machen sollten. Prügel, stündliches Wecken in der Nacht, Karzerstrafe im „Strafisolator“, ein 2 x 2,5 Meter großes Betonloch, in das bis zu sieben Häftlinge gepfercht wurden.

Zudem ist das Hochsicherheitslager für Schwerstverbrecher ein Ort, von dem ein Entkommen unmöglich ist! Dass die Anlage von einem 5-Meter-Stacheldrahtzaun umschlossen wird, ist überflüssig. Denn Außerhalb des Kerkers erwarten Ausbrecher nur Tundra und undurchdringbare Wildnis, kurzum, IK-3 ist ein Alcatraz in der Eishölle Sibiriens.

Dass sich in den vergangenen Monaten die Gefängnistore dennoch für etliche Schwerverbrecher öffneten, verdanken sie auf absurde Weise Diktator Putin (71). Denn der ehemalige Geheimdienstoffizier rekrutierte aus dem „Polarwolf“ Killerwölfe für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine: Freiheit für ein Morden an der Front! Ein Völkerrechtsbruch, gegen den Nawalny stets seine Stimme erhoben hatte.

Von seinen 1120 Tagen in Haft musste er in seinen letzten Lebensmonaten schlimmste Demütigungen aushalten. Die Schergen konnten seinen Willen nicht brechen, doch seinen Körper haben sie mit boshafter Bösartigkeit zerstört

Karl Habsburg wird die Freiheitsideen seines Freunds Alexej hochhalten. Und Witwe Julia schwört: „Mit diesem Mord habt ihr die Hälfte meines Herzens und meiner Seele getötet, aber es gibt noch die Hälfe, die mir sagt, dass ich nicht und niemals aufgeben darf.“

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