Der Standort für das neue Krankenhaus Gols lässt weiter die Wogen hochgehen. Laut den Grünen sollen, aufgrund der entstehenden Lichtverschmutzung nachtaktive Tiere gefährdet sein.
Die Debatte über den Bau des Krankenhauses Gols geht in die nächste Runde. Wie berichtet sollen rund 8,7 ha des Europaschutzgebietes umgewidmet werden. Das Mega-Projekt spaltete die Gemüter - in der Bevölkerung sowie in der Politik.
Lichtverschmutzung gefährdet nachtaktive Tiere
Neben dem verstärkten Verkehrsaufkommen und der Bodenversiegelung spricht, laut den Grünen, noch etwas gegen das Großprojekt: Durch künstliches Licht werden nachtaktive Tiere sowohl bei der Paarung als auch bei der Nahrungssuche gestört. Damit zählt, laut Naturschutzsprecher Wolfgang Spitzmüller, die Lichtverschmutzung zu den am meisten unterschätzten Natur-Gefahren. In der Folge wandern Insekten, Vögel, aber auch Nagetiere ab oder sterben aus. Klubobfrau Regina Petrik fordert von der Landesregierung die Prüfung eines Alternativstandortes, wie das Kurhaus Marienkron.
Wenn hier, wo es jetzt dunkel ist, ein Krankenhaus entsteht, geht ein Schutzgebiet für alle nachtaktiven Tiere verloren.
Wolfgang Spitzmüller, Grüne
„Licht wird auch in Nationalpark getragen“
Das Licht wäre nämlich nicht nur auf das Areal beschränkt. Der Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel sei nur 400 Meter entfernt. „Das Licht wird weit in den Nationalpark getragen, selbst wenn es nach der aktuellen ÖNORM installiert wird“, erklärt Spitzmüller.
Standort Kurhaus Marienkron als Alternative?
Im Nationalpark ist es laut Messungen des Eisenstädter Astrophysikers Stefan Wallner bereits jetzt viel zu hell. Verantwortlich dafür ist das künstliche Licht, das von Wien, Parndorf und Bratislava ins Naturschutzgebiet strahlt. "Darauf haben wir im Burgenland wenig Einfluss, aber wir haben es in der Hand, nicht noch mehr Natur zu zerstören, indem die Landesregierung das Kurhaus Marienkron als Alternativ-Standort prüft, fordert Klubobfrau Regina Petrik.
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