"Kein Systemfehler"

Nach Flucht aus BH-Spital: Häftlinge nun strenger bewacht

Österreich
02.07.2012 17:00
Mit seiner spektakulären Flucht aus dem Wiener Heeresspital (Bild) sorgte der zu elf Jahren verurteilte Vergewaltiger Martin K. Anfang Mai für Schlagzeilen (siehe Infobox). Nach einem internen Bericht der Vollzugsdirektion lag "individuelles Versagen" eines Beamten vor. Er wusch sich gerade die Hände, als der Häftling flüchtete – ein Disziplinarverfahren läuft. Zudem wurden die Sicherheitsmaßnahmen per Erlass verschärft.

Martin K. hatte Justiz und Bundesheer alt aussehen lassen: Wie berichtet, war der 41-Jährige während eines Spitalaufenthalts für eine Hautuntersuchung ausgebüxt und untergetaucht. Zwei Wochen später stellte er sich in Leobersdorf in Niederösterreich – Hunger und Kälte zwangen ihn zur Aufgabe.

Bericht beharrt auf WC-Fenster-Flucht
Laut dem nun bekannt gewordenen Bericht sei K. aus dem 2. Stock des Heeresspitals durch ein WC-Fenster geklettert und über eine Regenrinne ins Freie gelangt - Heeresinsider zweifeln allerdings immer noch an dieser Version. Dann ging er zurück ins Gebäude und marschierte seelenruhig aus dem Haupttor auf die Brünner Straße.

Strafvollzug: "Kein Systemfehler"
Sein "Bewacher" wusch sich da gerade die Hände – als er die Flucht bemerkte, war es bereits zu spät. Gegen den Beamten läuft ein Disziplinarverfahren, er ist aber weiter im Dienst. Beim Strafvollzug hat man indes die Lehren gezogen. "Obwohl es sich nicht um einen Systemfehler gehandelt hat, wurden die Sicherheitsmaßnahmen per Erlass verschärft", erklärt Peter Prechtl, Leiter der Vollzugsdirektion.

Auch an der Kooperation zwischen Strafvollzug und dem Heeresspital wird nicht gerüttelt - aus wirtschaftlichen und organisatorischen Gründen, heißt es.

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