"Die Hitze der Stadt ist im Sommer brutal", sang schon Rainhard Fendrich, und tatsächlich stürmten am Sonntag "die Blassen zu den städtischen Kassen". Nach dem stärksten Samstag in der Geschichte der Wiener Bäder folgte auch am Sonntag ein regelrechter Ansturm. Lange Schlangen und überfüllte Liegewiesen gab es aber nicht nur in Wien. Im ganzen Land suchten die hitzegeplagten Österreicher nach Abkühlung.
Wie schon am Vortag kletterte die Quecksilbersäule auf rund 37 Grad. Und im Osten bleibt es auch in den kommenden Tagen drückend heiß, während es in Westösterreich um bis zu zehn Grad weniger hat (siehe Infobox). Gerhard Baumgartner von der Hohen Warte in Wien: "Die Woche ist zweigeteilt. Wir erwarten in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wieder Werte weit über 30 Grad." Für Abkühlung sorgen höchstens ein paar Gewitter, die dafür heftig ausfallen können. Die Nächte werden "tropisch", die Temperatur sinkt nicht unter 20 Grad.
Schwimm-Unfälle am laufenden Band
Überschattet wurden die wolkenlosen Sommertage von einer Reihe schwerer Badeunfälle: Am Samstagnachmittag sahen Passanten in Wien von der Floridsdorfer Brücke aus einen Mann regungslos in der Donau treiben. Als sie Alarm schlugen, war es bereits zu spät – dem 45-Jährigen aus Polen konnte nicht mehr geholfen werden.
Vor den Augen seiner sechsjährigen Enkelin ging am Sonntag in einem Badeteich im niederösterreicheichischen Münchendorf ein Mann unter. Augenzeugen sprangen ins Wasser, sie suchten vergeblich. Erst Taucher konnten ihn 30 Minuten nach dem Vorfall bergen – tot. Im Wiener Stadionbad konnte dagegen ein Vierjähriger nach einem Unfall von Sanitätern wiederbelebt werden. Der Bub liegt auf der Kinderstation im Donauspital.
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