Gründerin im Porträt

Steirische Jungunternehmen erleben einen Höhenflug

Steiermark
19.02.2024 19:00

2023 war ein Jahr der Gründungen, das zeigt die Neugründungsstatistik der steirischen Wirtschaftskammer. Eine Jungunternehmerin - Landschaftsarchitektin Verena Linhart - erzählt von ihrem persönlichen Weg.

„Schon seit ungefähr zehn Jahren schlummerte in mir der Gedanke, ein Unternehmen zu gründen“, erzählt Landschaftsarchitektin Verena Linhart. Im November 2023 war es dann so weit: Sie gründete ein Ingenieursbüro für Landschaftsplanung mit dem Namen „VLLA“. Und damit war sie längst nicht die einzige im Vorjahr - insgesamt wurden in der Steiermark 4912 Unternehmen neu gegründet. Der zweithöchste Wert aller Zeiten und ein Plus von 3,8 Prozent im Vergleich zu 2022.

Damit setzt sich der Trend, sich selbstständig zu machen, trotz der herausfordernden Wirtschaftslage fort. Auch der Frauenanteil unter Gründern und Gründerinnen nahm zu - auf etwa 46 Prozent. Für viele ein großer Schritt - auch für Linhart, die sich im Vorjahr dafür einem aufwendigen Prozess unterzog.

Die richtige Marktlücke finden
„Die Landschaftsarchitektur ist ein reglementiertes Gewerbe, man kann also nicht einfach so sein Unternehmen anmelden.“ Besonders hilfreich war für sie in dieser Zeit das „Gründerseervice“ der Wirtschaftskammer Steiermark. „Alles war perfekt organisiert“, sagt Linhart - von der Befähigungsprüfung bis zur Anmeldung beim Gewerbeamt.

In ihrem Ingenieursbüro bedient sie nun äußerst aktuelle Themen: von Bauprojekten über Regenwasseraufbereitung bis Gebäudebegrünung. „Aufgabenstellungen, mit denen sich Städte und Gemeinden im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung einfach beschäftigen müssen“, sagt Linhart.

Wissenswertes

  • Die Steiermark hat einen Anteil an den österreichweiten Gründungen von 14,6 Prozent - und ist damit auf Platz drei.
  • Der Großteil der Gründer ist unter 40 Jahren, fast ein Drittel sogar unter 30 Jahren.
  • Die Bezirke Weiz (668 Gründungen) und Murau (148 Gründungen) verzeichnen den größten Zuwachs an Neugründungen.

Momentan sitzt die junge Gründerin noch alleine im Büro - und das mit Absicht. „Ich möchte langsam wachsen und erstmal selbst als Unternehmerin Erfahrung sammeln. Wachstumsphasen sind für junge Unternehmen immer riskant“, erklärt Linhart. Denn schon in den ersten drei Jahren nach der Gründung naht für eines von vier Unternehmen das Ende.

Damit das nicht passiert, sei es wichtig, den eigenen Markt zu kennen. Welche Mitbewerber habe ich? Für welches Angebot gibt es auch entsprechende Abnehmer? In der Landschaftsarchitektur gab es entsprechend Raum für neue Unternehmen in der Steiermark, meint Linhart. Mit 53 Prozent hat der Bereich Gewerbe und Handwerk die Nase vorne bei den steirischen Gründungen. Und im Vergleich zu anderen Bundesländern zählt die Steiermark zu den Top-Gründern.

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