Am 23. Februar jährt sich zum 80. Mal das Bad Wimsbacher Kriegsdrama. Über der Ortschaft stürzte ein US-Bomber ab. Von der elfköpfigen Besatzung zwischen 16 und 23 Jahren überlebte nur der Funker. An der Gedenkfeier zum Jahrestag hat sich US-Botschafterin Victoria Reggie Kennedy angekündigt.
„Big Week“ nannten die Alliierten im zweiten Weltkrieg die Tage zwischen 22. und 25. Februar 1944. Ihre Bomber flogen gezielt Angriffe auf die deutsche Rüstungsindustrie. Ein Ziel: das Flugzeugmotorenwerk in Steyr.
Die Verluste auf beiden Seiten waren enorm. Zwölf B-24-Bomber der US-Air Force stürzten im Umkreis von Steyr ab, einer davon am 23. Februar in Bad Wimsbach in der Ortschaft Bergham. Von der elfköpfigen Besatzung (der Älteste war 23, der Jüngste 16) der „Leaky Tub“ (großes Loch) überlebte an diesem Aschermittwoch nur Funker Alphonse J. Lanteigne. Landwirte leisteten Erste Hilfe.
Im Ort spielten sich schreckliche Szenen ab. Vor dem Absturz hatte die Crew alle ihre Bomben abgeworfen und die Treibstofftanks geleert. „Es gab einen großen Knall und wir wurden zu Boden geschleudert. Durch die Wucht des Einschlages wurde das Stubenfenster mitsamt dem Fensterkreuz weggerissen. So konnten wir ins Freie klettern, sonst wären wir erstickt oder verbrannt“, erzählte Theresia Ziegelböck. Sie war am Tag der Katastrophe vier Jahre alt.
„Leider lebt von den Augenzeugen heute niemand mehr“, so Bürgermeister Erwin Stürzlinger (ÖVP), der gerade in den Planungen der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des tragischen Flugzeugabsturzes steckt.
Hoher Besucher bei Gedenkfeier
Es hat sich auch hoher Besuch angekündigt. US-Botschafterin Victoria Reggie Kennedy wird teilnehmen. „Das ist eine große Ehre für uns“, meint der ehemalige Kulturreferent der Gemeinde, Norbert Fischer. Er hat in jahrelanger Arbeit den Absturz genauestens rekonstruiert.
Freundschaften mit US-Familien
Unter anderem ist es auch ihm zu verdanken, dass vor dem Friedhof ein Mahnmal für die zehn verstorbenen US-Soldaten aufgestellt wurde und Familienangehörige immer wieder Bad Wimsbach besuchen: „Es haben sich intensive Freundschaften entwickelt“, so Fischer.
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