Venedig ist zweifelsohne einer der schönsten Orte der Welt. Dieses magische Labyrinth aus Kanälen, Brücken und Gassen scheint einem Traum entsprungen zu sein. Ein Traum, der schnell zum Albtraum werden kann, wenn Massen an Touristen „La Serenissima“ - die Gelassene, Ruhige - in einen brodelnden Unruheherd verwandeln. Und den Alltag für die (immer weniger werdenden) Venezianer in den verstopften Gassen zum Spießrutenlauf machen.
Es ist noch gar nicht lange her, da schien sich das Phänomen Massentourismus überholt zu haben - durch die Pandemie, aber auch die kurz um sich greifende „Flugscham“. Natürlich hoffte man in den vom Tourismus abhängigen Regionen, dass die Urlauber zurückkommen. Aber eben mit Maß und Ziel und einem neuen Bewusstsein fürs Reisen.
Hallstatt, Barcelona, die Saufmeile in Mallorca, Venedig - hier weiß man, dass die Hoffnung eine trügerische war. Der Bürgermeister von Venedig entschuldigte sich nun, dass sie es mit Eintrittsgeldern für Tagestouristen versuchen. Es gehe nicht darum, Geld zu verdienen. „Venedig gehört der ganzen Menschheit, wer die Stadt besucht, muss sie respektieren. Venedig muss lebenswert sein, sowohl für diejenigen, die hier wohnen, als auch für diejenigen, die die Stadt besuchen.“
Dass dies wirklich die Gelassenheit zurückbringen kann, bleibt allerdings wohl ein Wunschtraum in diesem so schwierigen Dilemma aus zu viel und zu wenig Tourismus.
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