"Zahlen unschlüssig"

ORF-Standort: Arbeitsgruppe gibt gefrustet auf

Österreich
04.06.2012 21:38
Die Arbeitsgruppe des ORF-Stiftungsrats zum Thema Standort hat ihre Tätigkeit am Montagabend niedergelegt. "Die bis heute durch die Geschäftsführung vorgelegten Berechnungen und Unterlagen in der Frage der Wiener Standorte des ORF machen es der Arbeitsgruppe unmöglich, dem Plenum des Stiftungsrates eine Empfehlung zu geben", teilten die Mitglieder der Arbeitsgruppe merkbar gefrustet via Aussendung mit.

Die ORF-Geschäftsführung habe "trotz mehrfacher Aufforderungen durch das Plenum des Stiftungsrates und die Arbeitsgruppe keinen begründeten Standortvorschlag unterbreitet. Die vorgelegten Zahlen waren nach Ansicht der Arbeitsgruppe weder schlüssig noch vergleichbar", heißt es in dem Schreiben.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz habe sich in der Sitzung zu einer Präferenz für einen Neubau am Standort St. Marx bekannt. "Dieser Präferenz konnte die Arbeitsgruppe mehrheitlich nicht folgen."

Zukunft der Standorte ungewiss
Wrabetz könnte freilich trotz der Ablehnung von St. Marx durch die Arbeitsgruppe in der nächsten Stiftungsratssitzung den Antrag auf Umzug an einen neuen Standort stellen. Eine Mehrheit dafür scheint allerdings auch dort unwahrscheinlich. Wie es nun mit den Wiener ORF-Standorten und der Sanierung der ORF-Zentrale am Küniglberg weitergehen soll, bleibt unklar.

In ersten Berechnungen hatten sich die ehemaligen Schlachthofgründe in Wien-Landstraße als teuerste Variante herausgestellt. Bei weiteren detaillierteren Kalkulationen war St. Marx dann plötzlich knapp vor einem zentralen Standort am Küniglberg am kostengünstigsten - in einer erst am Wochenende nachgelieferten Bilanzbetrachtung aber wieder deutlich teurer als die Küniglberg-Variante.

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