Der Spielsüchtige hatte bei Kredithaien einen Schuldenberg angehäuft. Am Tag des Überfalls im Wiener Bezirk Margareten war eine Rate fällig. Unmissverständlich waren ihm ernsthafte Konsequenzen angedroht worden, sollte er nicht zahlen.
"Ich hab' kein Geld gehabt, nicht mal für Essen"
"Ich hab' die ganze Nacht zu wenig geschlafen. Ich hab' kein Geld gehabt, nicht mal für Essen. Ich wollte, dass ich zu mehr Geld komm', dass mir nix passiert", erläuterte er. Also holte er eine Gaspistole aus dem Keller und marschierte mit der Waffe und einem Zettel, auf dem "Überfall! Kein Alarmpaket!" geschrieben stand, in die nächstbeste Bank.
Von der jugendlich und noch ein wenig unbedarft wirkenden Staatsanwältin musste er sich nun ernsthaft fragen lassen, weshalb er stattdessen denn keine Schuldnerberatung aufgesucht habe. Der Verteidiger belehrte daraufhin die Anklägerin über die Denk- und Verhaltensweisen von Kreditverleihern, die über keine Bankkonzession verfügen und grundsätzlich auf Kunden spezialisiert sind, die von Banken nicht mehr als kreditwürdig eingestuft werden.
Bereits wegen Banküberfalls verurteilt
Der Bankraub brachte dem 36-Jährigen gerade einmal 1.070 Euro ein. Das reichte, um die fällige Rate von 900 Euro "abzustottern". Mit dem Rest kaufte er sich Nahrungsmittel. Am nächsten Tag klickten für ihn jedoch bereits die Handschellen: Eine Angestellte jener Bank, in der der 36-Jährige Kunde war, hatte ihn auf einem in den Medien veröffentlichten Fahndungsfoto wiedererkannt.
Nach der Festnahme stellte sich heraus, dass der dem Glücksspiel verfallene Mann aus genau dem gleichen Grund bereits 2006 eine Bank überfallen und dafür sechs Jahre Gefängnis ausgefasst hatte. Nach Verbüßung der Strafhälfte wurde er 2009 bedingt entlassen.
Er fand einen Job als Kellner in einem Kaffeehaus, ehe ihn seine Spielsucht wieder einholte. Drei Wochen vor dem neuerlichen Bankraub hatte er an seinem Arbeitsplatz knapp 7.000 Euro unterschlagen, um damit ebenfalls offene Verbindlichkeiten abzudecken.
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