Geeint soll Wiens Jugendarbeit künftig gegen Radikalisierung kämpfen, um Extremismus an der Wurzel zu packen. Die Verantwortlichen räumen ein, dass man bisher nur schätzen kann, wie groß das Problem auf Wiens Straßen in Wahrheit schon geworden ist.
Gegen die Radikalisierung der Jugend gibt es für Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr „eine Antwort, eine Waffe: Prävention.“ Deshalb richtet er nun um 428.000 Euro - für das erste Jahr, Aufbau von Strukturen inklusive - eine „Fachstelle Demokratie“ ein, die Jugendarbeiter im Umgang mit den jungen Phänomenen schulen und unterstützen soll.
Neue Fachstelle ab Mitte Februar
„Es gibt problematische Entwicklungen auch auf Wiens Straßen“, räumte Wiederkehr - „Krone“-Schlagzeilen über Sittenwächter und anderes mehr zitierend - ein. Seine Schlussfolgerung und Vorgabe für die Jugendarbeit: „Wir müssen schneller, wir müssen besser als die Extremisten werden“. Die „Fachstelle Demokratie“ soll bereits Mitte Februar zu arbeiten beginnen und dort ansetzen, wo Schulen auf verlorenem Posten stehen.
Je weiter unten wir bei der Prävention ansetzen, desto weniger Fälle eskalieren. Wir müssen Junge für Demokratie begeistern!
Vizebürgermeister und Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr
„Workshops sind Tropfen auf den heißen Stein“
Der künftige Leiter der Fachstelle, Werner Prinzjakowitsch, betont: „Prävention ist ein langwieriger Prozess. Da ist ein zweistündiger Workshop in der Schule nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Er räumt ein, dass man in Wahrheit noch nicht genau wisse, wie groß das Radikalisierungsproblem in Wiens Jugend sei. Auch gerade deshalb sei die Fachstelle nötig, die künftig die Jugendarbeit koordinieren und vernetzen und für Austausch unter den Jugendarbeitern sorgen soll.
Es geht nicht darum, Jugendliche rauszupicken, die Parolen schreien, sondern andere dagegen resilient zu machen.
Werner Prinzjakowitsch, Leiter „Fachstelle Demokratie“
Zugehen auf „Lebensrealität der Jugendlichen“
Manuela Smertnik vom Verein Wiener Jugendzentren hob als Vorzug der Jugendarbeit ohne schulische Zwänge hervor, dass sie zum Unterschied von anderen Ansätzen „nicht abseits der Lebensrealität der Jugendlichen steht“.
Wiederkehr betonte allerdings, dass es dabei nur um „einen Puzzlestein“ in der Bekämpfung des Problems gehe. Er sei zusätzlich zu seinem Gewaltschutzpaket „im schulischen Bereich für weitere Maßnahmen“. Es stehe jedoch nicht die Landespolitik allein in der Verantwortung: „Bei echtem Extremismus enden die Zuständigkeiten der Stadt.“
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