Der Kampf gegen illegale Straßenrennen in Wien stockt bisher auch wegen der hohen Anschaffungskosten für Radarboxen. Das will das Rathaus nun mit einer „Spende“ von drei Millionen ändern.
Rasern ist egal, ob sie das Gaspedal auf einer Bundesstraße oder einer Gemeindestraße bis zum Boden durchdrücken. Genau das ist aber mitverantwortlich dafür, warum sie sich in Wien zu illegalen Straßenrennen treffen: Die (Bundes)polizei konzentriert sich bei Kontrollen vor allem auf Bundesstraßen, umso mehr, wenn es um das Aufstellen teurer Radarboxen geht. Das soll sich nun ändern.
Schwerpunkt auf kleineren Straßen
Drei Millionen Euro will das Rathaus nun „in den kommenden Jahren“ in die Hand nehmen, um der Polizei mindestens 20 neue Radarboxen zu spendieren. Die sollen nach den Wünschen der Stadt vor allem auf den Gemeindestraßen aufgestellt werden, auf denen sich die „Road Runner“-Szene trifft (siehe Grafik unten). Auch auf den Bundesstraßen Gürtel und Triester Straße könnte so allerdings die eine oder andere neue Radarbox dazukommen.
Stadt drängt auf strengere Gesetze
Ein Entwurf für einen Rahmenvertrag sieht insgesamt 40 Kameras vor, mit denen in weiterer Folge auch vorerst noch „leere“ Atrappen-Radarboxen bestückt werden könnten. Ohnehin kommen aber auch so in Wien genug Tatbestände zusammen: Allein 2023 wurden mehr als 26.600 Anzeigen wegen Schnellfahrens in Wien ausgestellt. Die Stadt drängt daher auf Strafverschärfungen durch den Bundesgesetzgeber, etwa über einen eigenen Straftatbestand „Verbotene Kraftfahrzeugrennen“ wie in Deutschland.
Weiterhin gibt es auch kein österreichweites Verwaltungsstrafregister. Raser aus anderen Bundesländern sind in Wien damit oftmals offiziell „unbescholten“. Ebenso ist das routinemäßige Auslesen von elektronischen Fahrzeugdaten zur Beweisführung bisher nicht erlaubt. Die Polizei erwartet sich von kommenden Strafverschärfungen - ab 1. März dürfen auch Autos beschlagnahmt und für verfallen erklärt werden - wirksamere Handhabe gegen Raser.
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