Während die Ermittlungen nach dem tödlichen Feuer-Inferno im Grazer Innenstadtlokal Stern ins Stocken geraten, wurde die in der Neujahrsnacht erstickte 21-Jährige zu Grabe getragen. Ihr geliebter Haflinger „Shirkan“ begleitete die Niederösterreicherin auf ihrem letzten Weg.
Es sollte so eine großartige, verzaubernde Nacht ins neue Jahr werden. Lena freute sich auf ein Feuerwerk der Gefühle in Graz - auf Sternspritzer, die ihr Leben zum Leuchten bringen -, nachdem sie sich am Nachmittag von ihrem geliebten Haflinger „Shirkan“ im niederösterreichischen Pferdegestüt verabschiedet hatte. Doch genau diese Silvesterfeier wurde ihr im Innenstadtlokal (wie berichtet) zum tödlichen Verhängnis.
Es fehlen einfach die Worte
Die bildhübsche 21-Jährige aus Mödling (NÖ) starb am Neujahrsmorgen im Stern, weil es in Flammen aufging. Weitere 21 junge Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Warum das Feuer ausgebrochen war, vor allem wer das Inferno - offenbar mit Sternspritzern - ausgelöst hat, kann vielleicht nie geklärt werden.
An diesem bitterkalten stürmischen Jännertag auf dem Friedhof Südwest in Wien spricht auch niemand darüber. Es fehlen einfach nur die Worte.
Ein Mädchen, erst am Anfang seines Lebens, das sich auf die Füße stellen konnte, mit seiner Familie und seinen Freunden durch dick und dünn ging, noch die Welt auf dem Rücken seines „besten Freundes“ „Shirkan“ erobern wollte, liegt in einem hellen Sarg – umgeben von prachtvollen Kränzen aus duftenden roten und weißen Rosen.
Mehr als 100 Trauergäste
„The Rose“ von Bette Midler durchbricht die Stille in der Aufbahrungshalle, nachdem aus dem Liedtext dieser Satz zitiert wird: „Denk dran, dass im Winter tief unter dem bitterkalten Schnee der Samen liegt, aus dem durch die Liebe der Sonne im Frühling die Rose wird.“ Und Lenas letzter Weg in Begleitung von mehr als 100 Trauergästen zum Familiengrab wurde schlussendlich vom Licht der Sonne überstrahlt.
In aller Stille. Nur das Hufgeklapper eines ungewöhnlichen Besuchers auf dem Friedhof war zu hören. „Shirkan“ trottete hinter dem Sarg nach - bis zur letzten Ruhestätte von Lena. „Du wirst immer in unseren Herzen bleiben. Deine Stallgemeinschaft“, ist auf der bestickten Pferdedecke zu lesen. Der (Lebens-)Akt der 21-Jährigen ist geschlossen. Bleibt zu hoffen, dass jener der Ermittler bis zur Klärung der Tragödie offen bleibt.
Brand-Ermittler tappen im Dunkeln
Beim Großbrand in der bekannten Stern-Bar in der Sporgasse erlitten weiters 21 Menschen teils schwere Verletzungen. Drei Brandopfer befinden sich noch im LKH-Universitätsklinikum Graz - eine Frau wird wegen ihrer schweren Verbrennungen weiterhin auf der Intensivstation behandelt, zwei Männer konnten mittlerweile auf die Normalstation verlegt werden. Die Frau ist mittlerweile zwar stabil, doch die Zeit wird zeigen, ob sie über den Berg ist. Man wünscht allen das Beste.
Unterdessen laufen die Ermittlungen zur Brandursache auf Hochtouren. Aus Polizeikreisen erfährt die „Krone“ allerdings, dass die Auswertung des umfangreichen Videomaterials - Zeugen hatten vom Inferno Handy-Aufnahmen gemacht - ergebnislos geblieben ist: Der „Zündler“ wurde nicht gefilmt!
Nun bleibt dem aufgestockten Recherche-Team der Polizei nur noch die Befragung von Augenzeugen: Haben sie gesehen, wer eventuell mit Sternspritzern hantierte und im Lokal Deko-Material in Flammen setzte? „Wir wissen nicht, ob wir je einen Täter finden werden“, so der ernüchternde Befund eines Beamten.
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