Die Ermittlungen im „Tatort: Avatar“ führen in die Tiefen des Internets. Wo Verbrecher ungeschoren davonkommen, wenn sie ihre Spuren gut verwischen - ein verzwickter Fall. In unserem beliebten „Tatort“-Protokoll lesen Sie, ob es sich lohnt, am Sonntagabend einzuschalten.
Es beginnt ganz klassisch im neuen Fall der Ermittlerinnen Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Johanna Stern (Lisa Bitter) in Ludwigshafen: Ein mittelalter Mann wird tot am Flussufer gefunden. Es ist zunächst nicht einmal sicher, ob es Mord war. Wenn da nicht die Pfefferspray-Spuren wärenDoch nach und nach wird „Avatar“ (morgen, Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2) zum vertrackten Cyberspace-Fall, in dem sich Verdächtige und Opfer hinter Online-Identitäten verstecken und nur sehr langsam klar wird, worum es hier wirklich geht.
Drehbuchautor Harald Göckeritz hat es Spaß gemacht, eine Geschichte rund um dieses Thema zu schreiben: „Das Internet und künstliche Intelligenz schaffen neue erzählerische Möglichkeiten. Man nehme Fotos oder Videoaufnahmen, heute kann man nur unter sehr großem Aufwand feststellen, ob sie echt sind oder manipuliert. Es gibt Fake-Identitäten oder Deepfakes, die so gut sind, dass man sie nicht mehr als solche erkennen kann. Stimmen können manipuliert werden. Mit all dem kann man in Krimis spielen.“
Während Kommissarin Stern schon sehr firm auf dem Gebiet ist, hinkt Lena Odenthal noch etwas hinterher, sodass die geheimnisvolle Zeugin und Programmiererin Julia da Borg (Bernadette Heerwagen) oder auch das Teenagermädchen Marie (Leni Deschner) sie zu Beginn leicht an der Nase herumführen können. „Avatar“ ist ein kniffliger „Tatort“, der neben aller Technologie aber auch große Gefühle rüberbringt.
Regisseur Miguel Alexandre erklärt: „Wir leben in einer digitalisierten Welt, in der sich Menschen in einem virtuellen Raum verlieren und menschliche Bindungen sich aufzulösen drohen. Manipulation im Internet befindet sich auf dem Vormarsch und lässt die Grenze zwischen Lüge und Wahrheit verschwimmen. Von diesen Gefahren handelt unser neuer ,Tatort’.“
Eine klare Empfehlung für den Sonntagabend!
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