Nach Vorwürfen:

Präsident Macron nimmt Gérard Depardieu in Schutz

Society International
21.12.2023 10:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen in Frankreich gegen Gérard Depardieu hat der französische Präsident Emmanuel Macron in einem Interview nun seine Unterstützung für den Schauspieler gezeigt. 

Macron betonte, dass auch für Depardieu die „Unschuldsvermutung“ gelte. Dem französischen TV-Sender France 5 sagte er: „Es gibt eine Sache, bei der Sie mich nie sehen werden, und das sind Menschenjagden.“ Dies sei etwas, was er „verabscheue“.

„Großartiger Schauspieler“
Für Macron ist der 74-Jährige noch immer ein „großartiger Schauspieler“ und er ein „Bewunderer“. Macron: „Er hat Frankreich bekannt gemacht, unsere großen Schriftsteller, unsere großen Persönlichkeiten.“

Depardieu, der in Filmen wie „Die letzte Metro“, „Cyrano von Bergerac“ und „Asterix und Obelix“ zu sehen war, mache Frankreich „stolz“.

„Vielleicht Opfer“
Dass es „vielleicht Opfer“ gebe, schloss der französische Präsident nicht aus. Aber es gebe nach wie vor die „Unschuldsvermutung“ und Frankreich dürfe nicht in ein „Zeitalter der Verdächtigung“ abrutschen.

Gegen Depardieu läuft bereits seit Ende 2020 in Frankreich ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigungsvorwürfen. Die Schauspielerin Charlotte Arnould wirft dem Schauspieler vor, sie 2018 in seiner Pariser Wohnung zweimal vergewaltigt zu haben.

Anfang Dezember hatte ihn zudem die Schauspielerin Hélène Darras wegen sexueller Übergriffe bei Dreharbeiten 2007 angezeigt. Ein weiteres Opfer, das vor Jahren Anschuldigungen gegen Depardieu erhoben hatte, wurde Anfang Dezember in der Seine treibend gefunden und starb wenig später im Krankenhaus.

Am 19. Dezember machte die spanische Journalistin und Autorin Ruth Baza bei der spanischen Polizei eine Anzeige, in der sie angab, von Depardieu 1995 bei einem Interview vergewaltigt worden zu sein.

Zahlreiche weitere Frauen haben Depardieu in der Vergangenheit ebenfalls sexuelle Übergriffe vorgeworfen, aber bis jetzt keine Anzeige erstattet.

Depardieu, der am 27. Dezember 75 wird, weist sämtliche Vorwürfe zurück.

„Schande für Frankreich“
Die französische Kulturministerin Rima Abdul Malak hatte Depardieus Verhalten gegenüber Frauen vor wenigen Tagen als „Schande für Frankreich“ bezeichnet und seinen Ausschluss aus der Ehrenlegion eingeleitet. Auslöser war ein Dokumentarfilm, in dem der Filmstar zu sehen ist, wie er auf einer Drehreise in Nordkorea zahlreiche vulgäre und sexistische Kommentare macht. Auch Grunzlaute soll er in der Nähe von Frauen von sich gegeben haben.

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