Mi, 18. Juli 2018

Esel als Alternative

04.04.2012 14:11

Fastenzeit des Menschen zwingt Hyänen zur Jagd

In Äthiopien müssen wilde Hyänen in der Fastenzeit selbst fette Beute machen. Der Grund: Wenn die Menschen auf Fleisch und Milchprodukte verzichten, finden die Raubtiere weniger schmackhafte Reste im Müll vor. Die Hyänen reagieren auf die fehlenden Abfälle, indem sie häufiger jagen - insbesondere Esel.

Die Tüpfelhyänen sind sehr anpassungsfähig. In von Menschen dicht besiedelten Gebieten suchen sie gerne im Müll von Fleischhauern und Haushalten nach Fressbarem. "Hyänen können fast alle organischen Substanzen fressen, sogar verdorbenes Aas und mit Milzbrand infizierte Tierkörper. Sie können alle Teile ihrer Beute fressen und verdauen - sogar Fell und Hufe", schreibt ein Forscherteam um Gidey Yirga von der Universität im äthiopischen Mek'ele im Fachblatt "Journal of Animal Ecology".

Doch in den 55 Tagen vor Ostern fasten die Mitglieder der Äthiopisch-Orthodoxen Tewahedo-Kirche. Für die Hyänen bedeutet das zunächst Futtermangel. Sie sind daher gezwungen, wieder häufiger auf die Jagd gehen, so die Wissenschaftler.

Esel als Alternative zu Fleischabfällen
Um herauszufinden, was die Raubtiere vor, während und nach der Fastenzeit gefressen hatten, untersuchten die Forscher Haare im Kot der Hyänen. Vor der Fastenzeit entdeckte das Team in 14,8 Prozent des Kots Eselhaare. Während der Fastenzeit in 33,1 und danach in 22,2 Prozent. Die Jagd auf Esel war offenbar die beste Alternative zu den Fleischabfällen, so Yirga.

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