Fanatische Neunjährige

Die coole Leni aus Silz lässt keinen kalt

Tirol
20.11.2023 18:10

Die Eiszeit hat begonnen. Seit einigen Jahren drängen die Mädchen hartnäckig in den schnellsten Teamsport der Welt. Marlena Schöpf aus Silz ist fasziniert vom Eishockeysport und steht bereits mit neun Jahren im U 13-Kasten. Möglicherweise ein Zugpferd für noch mehr Mädels auf dem Eis. 

Am Samstag schnellten wieder die Banden! Mit dem Sieg gegen Ehrwald eröffneten die Silzbulls die neue Eishockeysaison. Silz hat in diesem Sport eine fast 100 Jahre alte Tradition. Eine Entwicklung konnten die Gründerväter allerdings nicht im Geringsten voraussehen: Der schnellste Mannschaftssport der Welt stellt den ersten Wortteil von „Mannschaft“ in Frage, denn seit einigen Jahren jagen immer mehr Mädchen dem Puck nach. Etwa 60 sind es in Tirol, schätzt die Damenreferentin des Tiroler Eishockeyverbandes, Michaela Pasquazzo. Keine schlechte Quote, denn im Vergleich zum Fußball sind Eishockeyvereine dünn gesät.

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Der Papa hat einmal gesagt, ich soll es im Tor probieren, das hat mir super gefallen.

Marlena Schöpf (9)

Als 9-Jährige U13-Goalie ist „etwas Besonderes“
In Silz scherzt man, dass dort die Kinder bereits mit Hockeyschuhen auf die Welt kommen. Eine gewisse symbolische Wahrheit, denn Marlena Schöpf drehte bereits vierjährig ihre ersten Kurven auf dem Eis, das die Welt bedeutet. Die Familie von „Leni“, wie man sie nennt, ist Eishockey-begeistert. „Der Papa hat einmal gesagt, ich soll es im Tor probieren, das hat mir super gefallen“, erinnert sich die 9-Jährige. Sprach’s – und ab zum Goalie-Training in die Telfer Eishalle. Auch für den Betrachter ist es cool, allerdings etwas unwirklich und die Vorstellung, dass hinter der fast furchteinflößenden Rüstung ein so zartes „Ge-Schöpf“ steckt, ist schon etwas eigenartig.

Eine Metamorphose der besonderen Art: Aus einem zarten „Ge-Schöpf“... (Bild: Daum Hubert)
Eine Metamorphose der besonderen Art: Aus einem zarten „Ge-Schöpf“...
...wird ein Respekt einflößendes Defensivbollwerk. (Bild: Daum Hubert)
...wird ein Respekt einflößendes Defensivbollwerk.

„Leni hat ein außergewöhnliches Talent“
Aber auch für Vater Gerhard Schöpf, früher selbst Spieler und nun Coach der Silzbulls-U 13, ist es cool zu sehen, welche Bedeutung der Sport für Sohn Raphael und seine Marlena hat: „Leni hat ein außergewöhnliches Talent und ist zudem noch sehr ehrgeizig.“ Und dieser Ehrgeiz trägt Früchte: Seit dem heurigen Herbst darf die Neunjährige, die normalerweise U11 spielt, sogar ins U13-Tor. Das ringt auch der Damenreferentin Pasquazzo Respekt ab: „Das ist sicher etwas Besonderes.“ Generell seien die Torleute spezielle Persönlichkeiten, das sieht auch Gerhard Schöpf so: „Fluch oder Segen, eine Extremposition. Einen coolen Kopf bewahren, mit Druck umgehen und Mut beweisen. Für Leni ist das sicher eine Lebensschule.“

Ein stolzer Vater Gerhard Schöpf, der seiner Leni und Sohn Rafael bei den Trainingsvorbereitungen hilft. (Bild: Daum Hubert)
Ein stolzer Vater Gerhard Schöpf, der seiner Leni und Sohn Rafael bei den Trainingsvorbereitungen hilft.

„Wir suchen gerade jetzt wieder Nachwuchs“
Natürlich auch für die Jungs und Mädels auf dem Feld. „Weg von Handy und Computerspiel, die Jungen zu Bewegung in der frischen Luft motivieren“, beschreibt Silzbulls-Vize-Obmann Ferdinand Grüner das Vereinsziel. Bis zum 18. Lebensjahr dürfen beide Geschlechter gemeinsam in einem Team spielen. „Einige Altersgruppen sind allerdings knapp bestückt, deshalb suchen wir gerade jetzt wieder Buben und Mädchen von Imst bis Telfs in jedem Alter“, sagt U13-Coach Schöpf mit einem stolzen Grinser in Richtung „voll fanatischer“ Tochter. Coole Mädels wie die Leni sollen auch mehr Mädchen auf das kalte Eis locken.

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