11.04.2012 10:59 |

Nesbo-Hit im Kino

Blutige Spuren in Norwegens Einöde: "Headhunters"

Die Harry-Hole-Krimireihe ("Schneemann", "Leopard") des norwegischen Autors Jo Nesbo ist Kult - weit über die Grenzen des skandinavischen Landes hinaus. US-Regisseur Martin Scorsese plant derzeit die Verfilmung von "Schneemann", die im nächsten Jahr in die Kinos kommen könnte. Schon jetzt dürfen sich Nesbo-Fans auf die Filmadaption von "Headhunter" - der Bestseller ist der erste Roman außerhalb der Hole-Reihe - unter dem Titel "Headhunters" (Kinostart: 13. April) freuen.

Zum Inhalt: Roger Brown (Aksel Hennie) hat alles. Er ist einer der erfolgreichsten Headhunter, sprich: Personalvermittler, hat eine wunderschöne Ehefrau (Synnove Macody Lund) und besitzt eine traumhafte Villa in Oslo. Doch niemand weiß, dass Brown ein Doppelleben führt. Seinen luxuriösen Lebensstil finanziert er, indem er seine Kunden ausraubt. Seine Spezialität: kostbare Kunstwerke. Außerdem betrügt er seine Frau mit der jungen Lotte (Julie R. Olgaard).

Als Brown für ein namhaftes GPS-Unternehmen einen neuen Geschäftsführer finden soll, lernt er den Manager Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau) kennen. Dieser scheint der perfekte Kandidat für den Job zu sein. Während die Männer ins Geschäft kommen, erfährt Brown nebenbei, dass Greve im Besitz eines lange verloren geglaubten Gemäldes von Rubens ist.

Der Headhunter sieht die Chance auf einen letzten großen Coup, der all seine Geldprobleme lösen soll. Der Raub geht problemlos über die Bühne, doch bald merkt Brown, dass er in Clas Greve einen ebenbürtigen Gegner gefunden hat. Eine brutale und blutige Verfolgungsjagd beginnt.

Skandinavier als Thriller-Könige
Schon seit Jahren produzieren die Skandinavier Krimi- und Thrillerhits am Stück. Nicht zuletzt dank der schwedischen Millennium-Trilogie und der dänischen Serie "Kommissarin Lund", die auch den US-Markt neugierig gemacht haben und bereits erfolgreich "gecovert" wurden, ist der hohe Norden Europas Nummer eins, wenn es um spannende Kino- und Fernsehkost geht. Während im deutschsprachigen Raum Krimis gerne mal als Milieustudie missbraucht werden, bei denen Sozialkritik wichtiger ist als eine gute Handlung (siehe "Tatort"), geht es bei den Skandinaviern ordentlich zur Sache.

Wenig Blabla, spannende Geschichten und die nötige Portion Härte. Man denke nur an die Dänen-Serie "Nordlicht", die im vergangenen Herbst sehr erfolgreich im deutschen Fernsehen lief, in Österreich aber bislang noch nicht gezeigt wurde. Zwar mussten sich die Macher sogar im eigenen Land Kritik wegen der manchmal übertriebenen Brutalität gefallen lassen, aber die sechsteilige Serie bot Thriller-Feeling vom Feinsten und überzeugende Darsteller.

Coster-Waldau als charmanter Soziopath
"Headhunters"-Regisseur Morten Tyldum ist es sehr gut gelungen, den packenden Stoff für das Kino zu adaptieren. In Norwegen mauserte sich der Film zu einem der erfolgreichsten der Geschichte. Aksel Hennie ist die Rolle von Roger Brown wie auf den Leib geschrieben, Nikolaj Coster-Waldau überzeugt als charmanter Soziopath. Der Streifen begeistert mit rasanter Spannung vor toller skandinavischer Kulisse, hat aber auch seine lustigen Facetten. Wenn es dann plötzlich arg blutig wird, vergeht einem jedoch schnell das Schmunzeln.

Dass die Auflösung in typischer Jo-Nesbo-Manier schon fast zu sehr konstruiert ist, mag etwas lächerlich wirken - doch sind es genau die unzähligen Wendungen und verschachtelten Handlungsbögen, die den norwegischen Autor so beliebt machen. Wer also bei Logik-Mängeln ein Auge zudrücken kann, wird den Film lieben. Und Nesbo-Fans sowieso...

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