An sich hätte der EU-Abgeordnete seinen Orden schon gerne gehabt, halte er Ehrenzeichen "als wertkonservativer Bürger" doch für eine sinnvolle Sache, erklärte Mölzer in seinem Schreiben an Prammer. "Auch die Verleihung von Ehrenzeichen an staatliche Funktionsträger und Mandatare nach einer gewissen Funktionsdauer - häufig belächelt als 'Sitzfleisch-Orden' - halte ich für eine sinnvolle Usance", da hier in einem Akt formaler Fairness auch die Vertreter oppositioneller und nonkonformistischer Gruppierungen berücksichtigt würden, erklärt der EU-Abgeordnete weiter.
"Unterstütze Straches Meinungsäußerung"
Doch aus Solidarität zu FPÖ-Chef Strache müsse er Nein zur von Prammer wegen seiner langjährigen Tätigkeit in Bundesrat und EU-Parlament vorgeschlagenen Ehrung sagen. Er unterstütze Straches Meinungsäußerung beim Ball des Wiener Korporationsrings im Jänner inhaltlich und halte es aufgrund der Ereignisse rund um den Ball und der folgenden Reaktionen derzeit für nicht angemessen, ein Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik anzunehmen.
"Neue Juden" als Auslöser für Fischer-Verweigerung
Anlass für die ungewöhnliche Verweigerungsaktion Fischers waren Straches Aussagen am WKR-Ball, wo er angesichts der Proteste gegen die Veranstaltung Ähnlichkeiten mit der "Reichskristallnacht" geortet und die Freiheitlichen als die "neuen Juden" bezeichnet hatte. Wiewohl der FPÖ-Chef betonte, dass die Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen worden seien, weigerte sich Fischer die Ordensverleihung zu unterzeichnen.
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