300. Wiener Derby

Im Happel-Stadion hat die Austria die Nase klar vor Rapid

Fußball
16.02.2012 13:02
Nach 299 Wiener Derbys spricht die Gesamtbilanz für Rapid: Grün-Weiß hat den Lokalschlager bis dato 124-mal gewonnen, die Austria 109-mal. Im Ernst-Happel-Stadion, wo am Samstag die Jubiläumsausgabe über die Bühne geht, sieht die Sache aber anders aus. Im Prater ist nämlich die Austria Wiens Nummer eins, 59 Siegen der Favoritner stehen dort 52 Rapid-Erfolge gegenüber.

Zudem haben die Austrianer die jüngsten fünf Derbys im Happel-Stadion allesamt gewonnen, der letzte Rapid-Sieg ist schon fast elf Jahre alt. Es ist also kein Geheimnis, dass sich Rapid im größten Stadion Österreichs nicht so richtig zu Hause fühlt. Dass die Partie nicht in der Rapid-Heimstätte in Hütteldorf ausgetragen wird, ist eine Folge des Platzsturms im Hanappi-Stadion am 22. Mai 2011.

Geht es nach Rapid, dann soll das Derby am Samstag das zweite und letzte sein, dass aufgrund der Sicherheitsbedenken nach dem Skandal in den Prater verlegt worden ist. "Das nächste Heim-Derby soll wieder im Hanappi-Stadion gespielt werden, das ist die klare Zielsetzung", sagte Klubservice-Leiter Andy Marek.

Rapids Heimvorteil in Hütteldorf größer
"Jeder weiß, dass unser Heimvorteil im Hanappi-Stadion wesentlich größer ist. Darüber braucht man nicht diskutieren", so Marek. Allerdings verwies Marek auch auf stimmungsvolle und sportlich erfolgreiche Europacup-Abende im Happel-Stadion, wie etwa auf jenen im September 2009, als der Hamburger SV in der Europa League 3:0 bezwungen wurde.

Die beiden Meisterschafts-Derbys der Saison 2012/13 mit Rapid-Heimrecht dürften also wieder im Hanappi ausgetragen werden. Die Rapid-Fans werden sich danach aber wieder ans Happel-Stadion gewöhnen müssen, denn ab Sommer 2013 wird die Rapid-Heimstätte voraussichtlich rund ein Jahr lang saniert und ausgebaut werden.

Dass zwischen einigen Fangruppen und dem Klub nach dem Platzsturm noch nicht alles eitel Wonne ist, zeigt auch der - bereits seit Sommer feststehende - "Derby-Boykott" des Fan-Klubs "Ultras". Marek sieht das Verhältnis aber auf dem Weg der Besserung. "Im Sommer war die Lage sehr schwierig, im Winter war es schon um vieles besser. Aber wenn fast 100 Leute Stadionverbot haben und nicht hinein dürfen, ist das aus Sicht der Betroffenen nachvollziehbar, dass Unzufriedenheit herrscht. Das dauert schon seine Zeit, bis sich das wieder normalisiert, das geht nicht in wenigen Monaten", berichtete Marek.

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