"Ich bring dich um"

15-Jähriger presste Mitschüler Geld ab – 6 Monate bedingt

Österreich
15.02.2012 15:12
Weil er einen ehemaligen Klassenkameraden in einer Kooperativen Mittelschule in Wien-Meidling unter Druck gesetzt und ihm beinahe täglich Bargeld abgenötigt hatte, ist ein mittlerweile 17-jähriger Bursch am Mittwoch im Straflandesgericht wegen schwerer Erpressung zu sechs Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Das Urteil ist rechtskräftig.

Das Geschehen spielte sich im Herbst 2009 in einer dritten Klasse ab. Der Täter war damals 15 und damit um zwei Jahre älter als die meisten seiner Mitschüler. Sein Opfer war ihm darüber hinaus auch körperlich unterlegen. Wie der Jüngere nun Richterin Martina Frank erzählte, habe ihn der Angeklagte eines Tages "ein bisschen mit Gewalt konfrontiert. Er hat mich geschubst und Geld verlangt. Als ich abgelehnt habe, hat er mir eine Watsche runter gehaut".

Nichts erzählt, "weil es mir peinlich war"
Fortan übergab der Schüler dem kräftigeren Kollegen mindestens drei bis viermal pro Woche jeweils zwei bis acht Euro. Er habe Angst gehabt und zu Hause deshalb nichts erzählt, "weil es mir peinlich war", gestand er im Zeugenstand.

Die Sache flog nach knapp zwei Monaten auf, weil eine Lehrerin mithörte, wie der Jüngere in Richtung seines Mitschülers "Ich zahl nix mehr!" rief. Sie ging nach dem Unterricht der Sache nach. Obwohl der 15-Jährige seinem Opfer noch einen Zettel zugesteckt hatte, auf dem geschrieben stand "Ich bring dich um, wenn du nicht sagst, dass du freiwillig gegeben hast", berichtete der damals 13-Jährige der Lehrerin, was er mitgemacht hatte.

"Verantwortung für meine Straftaten übernehmen"
Der Täter setzte sich daraufhin zu Verwandten ins Ausland ab, weil er befürchtete, ins Gefängnis gesteckt zu werden. Wie er nun erklärte, habe der Aufenthalt in der Ukraine seinen "Charakter geändert". Da er die Lebensumstände in Österreich nicht länger missen wollte, schrieb er im September 2011 dem Straflandesgericht und kündigte seine Rückkehr sowie die Bereitschaft an, "die Verantwortung für meine Straftaten zu übernehmen".

Zusätzlich zur Bewährungsstrafe ordnete die Richterin Bewährungshilfe an und erteilte dem Burschen die Weisung, sich einem Anti-Aggressions-Training zu unterziehen. Sowohl der 17-Jährige als auch der Staatsanwalt waren damit einverstanden.

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