Graz ist bisheriger Negativ-Spitzenreiter in Sachen Feinstaubbelastung. "Die festgelegte Jahresgrenze ist bereits jetzt überschritten. An 26 der 43 Tage des heurigen Jahres war in Graz zu viel Feinstaub in der Luft", warnt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. Doch Wien eile mit großen Schritten hinterher. Der VCÖ ortet einen radikalen Angriff auf die Gesundheit der Bevölkerung - "zum Schutz der Gesundheit werden in Österreich zu wenige Maßnahmen getroffen", so Urbanek.
Aktuelles Wetter ist schuld an Feinstaubhoch
Das will die Stadt Wien nicht so auf sich sitzen lassen. Man bekämpfe den Feinstaub seit vielen Jahren auf allen Ebenen, die Jahresmittelwerte seien auch entsprechend rückläufig. Wer ist aber dann schuld an den hohen Werten? "Das aktuelle Wetter mit extrem kalter und trockener Luft", sagt Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Umweltschutzabteilung MA22. "Die derzeitige Wetterlage begünstigt den Ferntransport der kleinen Feinstaub-Partikel über Tausende von Kilometern."
"Luft macht vor Granzen nicht halt"
Eine wissenschaftliche Studie der TU Wien soll diese Theorie untermauern: Demnach sei lediglich ein Viertel des Wiener Feinstaubs hausgemacht, drei Viertel kämen durch sogenannten Ferneintrag. "Die Luft macht bekanntlich vor Grenzen nicht halt", betont Umweltstadträtin Ulli Sima. Verstärkte überregionale Maßnahmen seien unumgänglich.
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