Ein Taschengeld für Li, denn der reichste Chinese und Nummer 11 der Reichsten der Welt hat 26 Milliarden. Sein Firmenimperium (siehe Grafik zweites Bild) umspannt den Erdball. 5 der 7 größten Containerhäfen gehören ihm, inklusive des Nadelöhrs Panamakanal.
1940 als Flüchtlingskind vom Provinznest Chaozhou in Südchina nach Hongkong gekommen und dort auf der Straße aufgewachsen, gilt er als der wahre Herrscher von Hongkong. Von zehn Dollar, die ein Bewohner der Metropole ausgibt, fallen zehn Cent auf diese oder jene Art an den Superman.
König Midas unserer Zeit
Li Ka-Shing ist der König Midas unserer Zeit. Was er anfasst, wird zu Gold. Dazu hilft ihm auch seine goldene Nase. Den Anfang genommen hat die Traumkarriere des Flüchtlingskinds, als Li Anfang der 1950er-Jahre den Bedarf der aufblühenden westlichen Wohlstandsgesellschaft nach den neuartigen Plastikblumen auf ihren Nierentischen witterte. Kaum zum "König der Plastikblumen" aufgestiegen, stürzte sich der Taipan in das Immobiliengeschäft - in Hongkong eine Goldgrube, wenn man richtig spekuliert.
Ab dann begann sein Sammeln im großen Stil. Büropaläste und Supermärkte bis hin zu Shopping Malls mit dem Glanzstück "Oriental Plaza" im Herzen von Peking - denn der Krösus ist auch der Lieblingskapitalist der chinesischen Kommunisten. Schließlich wurde Li Ka-Shing selbst Asien zu klein. Es begann seine persönliche Globalisierung mit immer neuen Ideen - den anderen immer eine Nasenlänge voraus.
Abergläubisch wie ein echter Chinese
Doch auch als Globalisierungsweltmeister ist Li Ka-Shing ein typischer Chinese geblieben. Persönlich pflegt er einen spartanischen Lebensstil, vor allem seine 50-Dollar-Uhr ist mittlerweile legendär. Diese geht stets acht Minuten voraus - wegen der Zahl 8 als Symbol für Glück und Reichtum. Er residiert an der Spitze seines Firmenwolkenkratzers im 62. Stockwerk, das eigentlich die 70. Etage ist, aber es fehlen alle Stockwerke mit der Unglückszahl 4. Das Bauwerk war vorher selbstverständlich von einem Geomanten nach den Feng-Shui-Prinzipien ausgependelt worden.
Eine Milliarde für Wohltätigkeit
Was das Geld betrifft, hat man bei Herrn Li den Eindruck, er habe nicht so sehr Freude am Geldbesitzen, denn am Geld-arbeiten-Lassen. Das gilt auch für seine Eigenschaft als einer der größten Spender für wohltätige Zwecke. Eine Milliarde hat er schon verteilt, und ein Drittel seines Vermögens (seinen) wohltätigen Einrichtungen vermacht.
Die Verbreitung von Bildung liegt dem Tycoon, der als Kind selbst keine vollenden konnte, besonders am Herzen. So spendete er neben Millionen für Tsunami- oder Erdbebenopfer auch Millionen an Universitäten. Gegen Ende der Lebensspanne hat der erfolgreichste Chinese zudem einmal mehr seines Heimatdorfs gedacht. Er kaufte dort ein (bescheidenes) Grab - um den Ahnen ganz nah zu sein.
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