Beim Prozess am Landesgericht Eisenstadt wurde klar, warum es die Ungarin (42) im Supermarkt auf Hunderte Konservendosen abgesehen hatte.
Als ausgefuchste Trickdiebin wird Rita T. nicht eingehen in die Geschichtsbücher der Kriminalität. Sechsmal hat die 42-jährige Ungarin aus Hofer-Filialen in Wiener Neustadt, Ebenfurth, Mattersburg und Baden (je 2-mal) Waren mitgehen lassen, ebenso oft wurde sie erwischt und schließlich in U-Haft verfrachtet.
Eine hundertprozentige Versagensquote also. An den Kassen vorbeigeschleust und im Kofferraum des Autos verstaut hatte die Reinigungsfachfrau Toiletteartikel, Pistazien, Kaffee, Nutellagläser und Thunfischkoserven – von Letzteren bis zu 40 Stück pro Beutezug.
Thunfisch musste ungewürzt sein
Warum Österreich? Warum Hofer? Warum kiloweise ungewürzten Thunfisch? „Der ist bei uns unerschwinglich“, sagte Rita T. beim Prozess in Eisenstadt. „Und beim Hofer gibt es den besten.“ Nun sprang ihr die Strafverteidigerin zur Seite. Nein, es sei keine Heldentat gewesen, andere stehlen Kaviar oder Alkohol. Oder Designerkleidung. „Meine Mandantin hat den Thunfisch für ihre zwei Kinder gebraucht. Die leiden unter Bauchspeicheldrüsenproblemen. Wenn sie was anderes essen, entzünden sich Leber und Milz.“
„Sie dürfen nach Hause gehen“
Rita T. tat es leid, „dass ich Schande über ehrlich arbeitende Ungarn gebracht habe.“ Das Urteil – acht Monate, davon sieben bedingt, die U-Haft wird angerechnet – nahm die Unbescholtene dankend an. „Sie dürfen nach Hause gehen“, sagte Richterin Birgit Falb.









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