Im Juni des Vorjahres hat ein Unwetter in Treffen und Arriach für Schäden in Millionenhöhe gesorgt. Landesrat Daniel Fellner im „Krone“-Interview zur Bilanz und Kritik an Krisenmanagement und Hilfen.
„Kärntner Krone“: Die Katastrophe von Treffen und Arriach liegt nun ein Jahr zurück. Was wurde bisher an Hilfen ausgeschüttet?
Daniel Fellner: Wir haben schnelle und effektive Hilfe sowohl für die Bevölkerung als auch für die Gemeinden geleistet. Insgesamt haben wir in unserer Referatsverantwortung bisher einen bedeutenden Betrag in Höhe von etwa 8,44 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
Wie beurteilen Sie das Krisenmanagement im Nachhinein?
Die Sanierungsarbeiten sind weiterhin in vollem Gange. Ursprünglich war ein Zeitrahmen von drei Jahren für die Bewältigung des gesamten Ausmaßes der Katastrophe prognostiziert. Allerdings haben wir Unmögliches möglich gemacht und kommen schneller voran.
Darüber hinaus wurden Projekte zur Wildbach- und Lawinenverbauung sowie zum Hochwasserschutz vorgezogen. Meine Abteilungen haben hierfür aus einem damalig geschnürten Soforthilfepaket bisher eine Summe in der Höhe von 2,23 Mio. Euro aufgewendet. Ziel dieser Maßnahmen war es, unmittelbar alle Schutzvorkehrungen im Katastrophengebiet der Gemeinden Arriach und Treffen wiederherzustellen.
In dem Paket waren auch die Soforthilfen enthalten, die gleich in den ersten Tagen nach der Katastrophe unbürokratisch beantragt und ausgezahlt werden konnten. Geschädigte Privatpersonen erhielten vom Land - je nach Schweregrad des Schadensfalls zwischen 1000 Euro und 10.000 Euro sofort. Insgesamt wurden 145 Anträge angenommen und eine Soforthilfe bisher in der Gesamthöhe von 812.500 Euro ausgezahlt. Diese Mittel wurden unbürokratisch abgewickelt, um Betroffene in besonders schwierigen Lebenslagen zu helfen.
Weitere 2,9 Millionen Euro bekamen die Gemeinden Treffen und Arriach direkt, die für die Wiederherstellung zerstörter Infrastruktur wie Straßen und Gebäude flossen.
Auch das Kärntner Nothilfswerk steht bereit, um Personen umfassende Unterstützung zu bieten. Insgesamt wurde ein Gesamtbetrag von 2,5 Mio. Euro an finanzieller Unterstützung ausgezahlt. Diese Gelder helfen den betroffenen Familien und Gemeinden bei der Wiederherstellung und dem Neuaufbau ihrer Häuser.
Sind eigentlich schon alle Hilfsfälle abgeschlossen?
Nein, angesichts des Ausmaßes der Katastrophe sind wir jedoch auf einem sehr guten Weg in den nächsten Monaten alle aufliegenden Anträge vollends abzuschließen.
Also ist nach wie vor Hilfe - auch finanzielle - im Laufen?
Ja, definitiv! Die Gemeindeämter und alle beteiligten Stellen setzen sich auch weiterhin mit großem Engagement für die Menschen in Arriach, Treffen und anderen betroffenen Gebieten ein. Antragsformulare und weitere Informationen findet man auf der Homepage der jeweiligen Gemeinden unter https://arriach.gv.at/buergerservice/katastrophenhilfe
oder unter https://www.treffen.at/unwetter/finanzielle-hilfe/
Die Spuren der Jahrhundertkatastrophe in Treffen und Arriach sind noch immer sichtbar. In Treffen wurde bereits viel getan. Die Bewohner von Arriach wurden jetzt endlich über das Schutzprojekt informiert, das aber erst in einem Jahr in Angriff genommen wird. Behördenwege dauern. Die Bewohner werden um Geduld gebeten. 12,5 Millionen Euro sollen für das große Schutzprojekt „Arriacher Bach und Plaikengraben“ in die Hand genommen werden. Beginn ist frühestens nächstes Jahr.
Vereinzelt gibt es Kritik an zu viel Bürokratie. Was sagen Sie dazu?
Wir sind dazu verpflichtet, die vorgegebenen Wege und Kontrollmechanismen einzuhalten, jedoch sind wir bemüht an Stellen, wo es uns möglich ist, Prozesse zu vereinfachen. Hilfestellung gibt es immer.
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