Bablers Stoff. Während der Wiener Polizeidirektor gemeinsam mit dem Geheimdienst-Chef gestern um 11 Uhr verkündete, dass man einen möglichen Anschlag auf die Regenbogenparade in Wien tags zuvor vereitelt habe, sprach der neue SPÖ-Chef Andreas Babler in der ORF-Pressestunde Klartext. Für diesen zeitlichen Zusammenfall ortete man in der in Sachen Verschwörungstheorien gut geschulten FPÖ gleich Böses - was sonst? Fakt ist: Sowohl die Staatsschütze als auch der Parteichef sprachen gleichzeitig Klartext. Wie formuliert es heute Claus Pándi in seinem heutigen „Krone“-Kommentar? „Andreas Babler macht es einem nicht leicht. Wer den neuen SPÖ-Chef in der ,Pressestunde´ sah, musste sich bei prächtigem Wetter mit echter Politik beschäftigen. Das ist nach den völlig blutleeren Jahren in der Sozialdemokratie noch ungewohnt.“ Man müsse, meint unser Kommentator, „diesen Linksruck nicht mögen“. Doch Bablers Populismus enthalte „mehr Stoff für Diskussionen als Kickls zappelnd vorgetragenes Getobe von der ,Festung Österreich´, während Flüchtlingsfamilien zu Hunderten im Meer ertrinken.“ Ja, so viel ist sicher: Babler liefert eine ganze Menge Stoff!
Rot frisst Grün. Wie ein Maschinengewehr sondert der neue SPÖ-Chef Botschaften ab. Er fordert eine strafrechtliche Untersuchung der kika/Leiner-Pleite und ihrer Vorgeschichte, er spricht sich klar für die 32-Stunden-Woche aus und findet dafür eine Reihe von Argumenten. Vermögenssteuern müssen natürlich auch sein. Und in Sachen Umwelt frisst der Ober-Rote die Grünen auf: Eindeutiges Bekenntnis zu Tempo 100 auf der Autobahn (das traut sich längst kein Spitzen-Grüner so zu sagen), nein zum Wiener Lobautunnel und vieles mehr - Schaufeln und Bagger müssten jetzt stehen bleiben. Und auch im Verständnis für die Klimakleber überholt er die Damen und Herren der Umweltpartei. Ob Babler damit erfolgreich sein kann? In Umfragen noch nicht. Aber bis zur Wahl vergehen ja, wie immer wieder von den Regierungsparteien betont wird, noch eineinhalb Jahre. Hoppla, stimmt so nicht mehr ganz: Höchstens sind es noch eineinviertel Jahre. Wir werden ja sehen…
Kommen Sie gut durch den Montag!









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