Die einstige ÖSV-Goldbank Carina Edlinger, die nun für Tschechien startet, bestätigte bei den Paralympics in Italien eine schwere körperliche Misshandlung vor den Spielen in Peking. Sie war danach 14 Wochen in Therapie. Nun gewann die Salzburgerin in Tesero eine historische Medaille.
Tobias Eberhard, Ex-Biathlet und früherer Guide von Carina Edlinger, versteht den Nationenwechsel des ehmaligen ÖSV-Medaillenhamsters zu Tschechien vergangenes Jahr immer noch nicht. Der jetzige Trainer, dessen Schützling Stefan Egger-Riedmüller im paralympischen Biathlon-Bewerb über 12,5 km Platz 14 belegte, sagte Sonntag in Tesero: „Es kam zu einem kompletten Kontaktabbruch. Sie will nichts mehr mit uns zu tun haben. Ich weiß aber keinen Grund dafür, wir alle tappen völlig im Dunkeln. Carina hatte beim ÖSV sehr gute Bedingungen.“

Sogar Staatspräsident meldete sich
Die Salzburgerin, die nun Carina Edlingerova heißt, holte derweil Samstag bei den Paralympics in Italien im Biathlon in der sehbehinderten Klasse mit Guide Alexandr Patova Silber über 7,5 km – es war Tschechiens erste Medaille seit 2010 und die erste im Biathlon überhaupt. Carina erzählt: „Das Fernsehen hat extra ein deutschsprachiges Team geschickt. Die Aufmerksamkeit ist riesig, es hat sich sogar der Staatspräsident gemeldet.“
Multipler Bandscheibenvorfall vor 2,5 Wochen
Dabei waren die Vorzeichen ungünstig gewesen. Nach dem 12,5 km-Rennen, bei dem sie sich Sonntag mit drei Fehlschüssen im letzten Schießen alle Chancen auf Edelmetall nahm, sagte Carina: „Ich hatte vor zweieinhalb Wochen einen multiplen Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule. Ich konnte mich kaum rühren, brauchte Hilfe beim Anziehen.“ Daher trat die 27-Jährige bei den Paralympics mit einer dicken Halskrause an: „Es geht nicht um einen Schönheitsbewerb, sondern um einen Wettkampf. Die Ärzte haben grünes Licht gegeben, ich muss aber erlaubte Schmerzmittel nehmen.“
„Wohne wieder in meinem alten Kinderzimmer“
Auch sonst läuft nicht alles rund: „Durch den Nationenwechsel habe ich natürlich in Österreich meine Stelle beim Zoll verloren. Finanziell ist es nicht leicht, ich bin mit 27 Jahren wieder bei meinen Eltern eingezogen, wohne in meinem alten Kinderzimmer.“
Nach Missbrauch 14 Wochen in Therapie
Und vor allem sind die Erinnerungen an die Paralympics 2022 in Peking trotz Gold im Langlauf-Sprint weiter sehr schlecht. Sie bestätigte Sonntag in Tesero in der Mixed Zone, dass es damals im Vorfeld der Spiele zu einem schweren körperlichen Missbrauch gekommen sei: „Ich war nach China 14 Wochen in Therapie. Ich habe eine sehr dunkle Zeit hinter mir. Aber ich habe es überlebt. Es ist gut, wie es ist.“
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