Geht es nach den neuen Plänen der Klimaschützer in Brüssel, rollt auf die Bürger eine gewaltige Belastungswelle zu. Demnach sollen Eigenheime, die vor 1990 errichtet wurden, um viel Geld zukunftsfit gemacht werden.
Kritik lässt nicht lange auf sich warten. „Wohnen wird immer teurer. Deshalb darf es keine zusätzlichen Belastungen geben“, fordert Europa-Abgeordneter und ÖVP-Landesobmann Christian Sagartz. Er spricht sich sowohl gegen die Baulandabgabe im Burgenland aus als auch gegen die geplante Gebäuderichtlinie auf europäischer Ebene. Letztere hat das Europa-Parlament bereits passiert und befindet sich auf dem Weg der Umsetzung.
Großteil der Häuser betroffen
„Diese Verschärfung wird viele Eigenheimbesitzer treffen“, warnt Sagartz. Vor allem Häuser mit älterer Bausubstanz seien ins Visier der EU geraten. Laut den aktuellen Daten der Statistik Austria hat das Burgenland mit 68 Prozent den mit Abstand größten Anteil an Haushalten, die in Eigentum bewohnt werden. Von den 130.000 Häusern und Wohnungen wurden mehr als 60 Prozent vor 1990 errichtet.
Bis zu 100.000 Euro an Kosten
Da die EU-Richtlinie eine Energieeffizienz der Klasse D bis zum Jahr 2033 vorsieht, sind bei vielen Eigenheimen Dächer, Wände, Fenster und Türen zu tauschen. Expertenschätzungen zufolge ist im Einzelfall mit Sanierungskosten von 15.000 bis 100.000 Euro zu rechnen.
Diktat aus Brüssel
„Klimaschutz ist wichtig, aber mit Hausverstand. Die EU-Gebäuderichtlinie schießt weit über das Ziel hinaus“, wettert Sagartz. Im Europäischen Parlament hat er sich klar gegen ein „EU-Diktat“ eingesetzt. „Die Sanierungspflicht ist eine Bevormundung aus Brüssel, die wir so nicht hinnehmen werden. Das Gleiche gilt für die Baulandsteuer, die aus dem Eisenstädter Landhaus vorgeschrieben wird“, gibt sich Sagartz kämpferisch.
14 Millionen Haushalte betrifft die EU-Richtlinie europaweit. Der Ball liegt nun bei den Mitgliedsstaaten, die über die finale Regelung erst verhandeln. Sagartz: „Da gibt es noch viel Diskussionsbedarf!“
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