Zwei Prozesse in Wien

Junge Räuber: Macheten-Überfall und kleine Beute

Gericht
20.05.2023 07:00

Nicht lange sind die Angeklagten in zwei Prozessen überhaupt schon strafmündig und schon sitzen sie im Wiener Landesgericht: Eine eher ungewöhnliche Waffe wählte ein erst 16-Jähriger bei einem Supermarkt-Überfall, der nicht sein erster war. In den unterschiedlichsten Konstellationen begingen vier junge Burschen Raube.

Weinend schließen seine Mutter und sein Bruder den 16-Jährigen vor dem Gerichtssaal in Wien in die Arme. Nicht zum ersten Mal findet sich der Angeklagte in dieser Situation wieder. „Er hat dasselbe eigentlich schon einmal gemacht“, erinnert die Staatsanwältin gleich zu Beginn an seine Vorstrafe - die er schon kurz nach seinem 14. Geburtstag sammelte.

Zwei Jahre Strafmündigkeit und bereits zwei Vorstrafen
Vor Richterin Anna Marchart brachte den 16-Jährigen nun eine „Wahnsinns-Aktion“ - wie es Verteidiger Wolfgang Haas nennt. Bewaffnet mit jeweils einer Machete, marschierte er mit einem Komplizen vermummt in einen Supermarkt. „Mach die Kasse auf!“, schrie er immer wieder. Sie flüchteten mit leeren Händen. Durch die DNA auf seiner weggeworfenen FFP2-Maske konnte der Jugendliche später gefunden werden.

Er ist schließlich der Justiz nicht unbekannt. „In zwei Jahren Strafmündigkeit zwei Vorstrafen wegen schweren Raubes zu sammeln ist schon gewaltig“, so die Anklägerin. Das Urteil, das „Eindruck schaffen soll“: 24 Monate teilbedingt, davon acht in Haft.

Jugendbande: „Geh ma ihn meier machen“ 
AirPods, Kleingeld, Zigaretten. Die Jugendlichen machten auf ihren Raubzügen keine große Beute. Dafür sind sie jetzt mit gerade einmal 14 bis 16 Jahren bereits vorbestraft. Kleinlaut nehmen die vier Burschen vor Richter Andreas Hautz Platz. Kurz schildert die Staatsanwältin, wie sie in den „unterschiedlichsten Konstellationen Bargeld und Wertgegenstände geraubt haben“.

Dem Erst- und Zweitangeklagten wird zudem ein Raubüberfall mit einem Messer zur Last gelegt. Der 15- und 16-Jährige seien im Park spazieren gewesen, hätten später einen Bekannten getroffen. „Komm, lass ihm Geld wegnehmen. Geh ma ihn meier machen“, lautet dann die verheerende Idee des Jüngeren - der auch das Messer zückte.

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Sie haben eine Chance eingeräumt bekommen vom Gericht. Hoffentlich machen sie etwas draus.

Anwalt Normann Hofstätter verteidigt einen der Burschen.

Er muss einen Monat in Haft, weitere 17 werden bedingt nachgesehen. Die anderen Burschen fassen zwischen 12 und 15 Monaten auf Bewährung aus. Ein Anti-Gewalt-Training soll dafür sorgen, dass es für die Jugendlichen bei dieser Verurteilung bleibt ...

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