Machtwort vom Boss

Ruttensteiner wird laut Windtner kein Über-Teamchef

Fußball
06.10.2011 15:15
ÖFB-Präsident Leo Windtner hat kurz vor dem Abflug der österreichischen Nationalmannschaft zum EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan in Baku Spekulationen über eine zu große Machtfülle von Willi Ruttensteiner zurückgewiesen. "In der neuen Struktur wird es sicher keinen Sportdirektor als Über-Teamchef geben", betonte der Oberösterreicher.

Der aktuelle Interims-Teamchef bekommt laut ÖFB-Direktoriumsbeschluss nach dem Amtsantritt von Marcel Koller im November mehr Einfluss auf die A-Auswahl. "Aber wie diese Strukturen genau aussehen werden, ist noch mit Koller auszuhandeln", sagte der 61-Jährige.

Ebenfalls noch offen ist das künftige Trainerteam unter Koller. Der Schweizer wird zumindest einen Co-Trainer mitnehmen. "Man wird auch schauen, mit wem man aus dem aktuellen Stab verlängern wird", meinte Windtner.

Koller organisiert derzeit Umzug nach Wien
Koller trat am Mittwoch, nachdem er noch das Rapid-Training besucht hatte, den Heimflug an, um bis Mitte kommender Woche seinen Umzug nach Wien zu organisieren. Dazwischen steht der Besuch eines U18-Testspiels zwischen der Schweiz und Österreich auf dem Programm, danach folgt am Donnerstag ein Treffen mit Ruttensteiner nach dessen Rückkehr aus Astana sowie ab dem übernächsten Wochenende ein umfangreiches Reiseprogramm mit Spielbeobachtungen im In- und Ausland.

Die Partien in Aserbaidschan und Kasachstan wird der designierte Teamchef vor dem TV-Gerät mitverfolgen. "Er wird sicher ganz genau schauen, welcher Nachdruck herrscht und dadurch wird er sich auch seine Meinung über Spieler bilden", vermutete Windtner und bekräftigte einmal mehr, er halte den 50-Jährigen für die beste Lösung auf dem Teamchef-Sessel.

"Haben den Besten geholt"
Die heftige Kritik an seiner Personalentscheidung ließ den ÖFB-Boss nach eigenen Angaben kalt. "Welche Reaktionen kommen, war für mich nicht im Blickpunkt, sondern, dass wir den Besten holen. Und den haben wir geholt", beteuerte Windtner.

Mit der Bestellung Kollers ging der Oberösterreicher ein relativ hohes persönliches Risiko ein, schließlich wird auch er am Abschneiden des Schweizers gemessen werden. "Wenn wir erfolgreich sind, werde ich nicht in der ersten Reihe stehen - bei einem Misserfolg schon", ist sich Windtner im Klaren.

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