160 Jahre hielten Züge in Kühnsdorf. Jetzt wird die Station geschlossen. Am Sonntag geht die Ära zu Ende. Viele Erinnerungen bleiben.
Es ist ein Ort der Erinnerungen: Händchen halten im Warteraum, der erste Kuss, zur Schule und in die Arbeit fahren . . . Die Ära des alten Bahnhofes im Herzen von Kühnsdorf, der im Jahr 1863 eröffnet worden ist, geht zu Ende.
Morgen, Sonntag (21.31 Uhr), wird da, wo täglich bis zu 40 Züge gehalten haben, das letzte Mal eine Lok „schnaufend“ losfahren. Die „Kärntner Krone“ war zuvor vor Ort.
„Es ist sehr schade, ich war sehr oft hier“, sagt der Reisende Erwin Reisinger, bevor er in den Zug steigt. Er schätzt das Flair des alten Komplexes.
Früher eine Güterzugmetropole
Einst war hier sogar ein Frachtzentrum. Fahrdienstleiter Dietmar Wejnik, der als Kind sogar am Bahnhof gelebt hat, weiß: „Hier war einst die Güterzugmetropole. Vor allem wegen des Zellstoffwerkes in Rechberg.“
Unter anderem wurde bis jetzt mit einer mit Kreide beschriebenen Gleisbesetzungstafel und einem über 100 Jahre altem Stellwerk gearbeitet. Marcel Ebner: „Ohne dem Stellwerk-Oldie fährt kein Zug.“
Händisch gemacht
Auch Weichenwärterhäuschen gibt’s noch. „Das haben wir händisch gemacht“, so Wejnik. Der 58-Jährige hat über 30 Jahre Dienst in Kühnsdorf gemacht: „Hier habe ich viel erlebt, nette und negative Geschichten. Ich hoffe, die Dienststelle in St. Veit bringt Neues.“
Lokführer Hermann Oberländer aus dem Lavanttal: „Ich war hier 30 Jahre unterwegs. Bald werde ich die Koralmbahnstrecke befahren.“
Sonntag, 18 Uhr, feiert der Nostalgieverein ein Fest.
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