23.03.2023 08:00 |

Privatkonkurs

Alle zwei Tage erwischt es drei Salzburger

Die Zahl der eröffneten Schuldenregulierungsverfahren ist im ersten Quartel 2023 regelrecht explodiert. 102.000 Euro beträgt die Summe eines Durchschnittsschuldner. Insolvenz-Expertin Aliki Bellou vom Kreditschutzverband Salzburg rechnet mit weiter steigenden Zahlen..
Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

Plus 77,6 Prozent! So viel mehr Privatkonkurse gibt es in Salzburg im ersten Quartal im Vergleich zu 2022. Auf Personen umgelegt bedeutet das, dass aktuell alle zwei Tage ein Schuldenregulierungsverfahren gegen drei Salzburger eröffnet wird. Aliki Bellou, Insolvenzexpertin des Kreditschutzverbandes 1870 in Salzburg, vermutet; „Es wirkt so, als müsse sich das Insolvenzgeschehen erst einpendeln. Im Bundesland Salzburg wurde mit dem nun eingetretenen Nachholeffekt gerechnet, da in der Coronazeit die heimischen Fallzahlen extrem rückläufig waren.“

102.000 Euro beträgt pro Durchschnittsschuldner jener Wert, der einer so genannten Regulierung zugeführt werden muss. Diese Summe liege zwar 20.000 Euro unter dem Österreich-Schnitt. Besorgniserregend ist dafür, dass Salzburg bei den Privatkonkursen prozentual den mit Abstand größten Zuwachs hat.

Und es deutet derzeit wenig auf Entspannung hin. Im Gegenteil: „Es ist damit zu rechnen, dass sich die finanziell angespannte Lage für viele im Bundesland kaum bis gar nicht entspannen wird. Mit einer deutlichen Zunahme bei den Privatkonkursen wird zu rechnen sein“, meint Bellou.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist um 24,2 Prozent gestiegen. Die vorläufigen Passiva belaufen sich auf 18 Millionen Euro. Die Anzahl der betroffenen Gläubiger hingegen hat sich im 1. Quartal 2023 von vormals 680 auf 793 erhöht. Bis zum Jahresende ist mit bis zu 300 Firmenpleiten zu rechnen.

explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Salzburg