Bundesheer-Auto zugeparkt und aufgeflogen: Schlepper (39) tischte bei Gericht in Eisenstadt abenteuerliche Story auf.
Der Syrer, angeklagt wegen gewerbsmäßiger Schlepperei, gab zwei Fahrten mit je zwei Personen an die ungarisch-österreichische Grenze zu. Der Lohn, zweimal 2000 Euro, seien ihm gutgeschrieben worden. „Damit wollte ich meinen herzkranken Bruder aus der Türkei holen“, so der 39-Jährige, der seit 2016 als anerkannter Flüchtling in Deutschland lebt.
Mit dem Geld wollte ich meinen herzkranken Bruder aus der Türkei holen.
Angeklagter
Ausgemacht sei gewesen, das man den Bruder nach Ungarn bringt und er ihn dann gratis über die Grenze schleppen darf. In Budapest will er einen Mann namens Albtraum getroffen haben, der ihm einen weiteren Auftrag gab – die 4000 Euro für den Bruder waren plötzlich zu wenig.
Ein Mädchen? Oder doch ein Bub?
Da schoss dem Angeklagten, dass das ja alles illegal sei und er eine kranke Tochter daheim hat, die er sofort sehen wollte. Im Laufe der Verhandlung wurde aus dem Mädl ein Bub. Und eigentlich sei er ja auf dem Weg zum Neffen nach Wien gewesen - freilich saß er allein im Golf. Dass sein Cousin einen Van gemietet hatte und ihm den Weg wies ... Zufall. Dann habe man sich auf der Autobahn leider verfahren.
Vor der alten Grenze zu Lutzmannsburg kraxelten 20 Personen aus zwei Fahrzeugen. Die Syrer fuhren leer und also legal über den „echten“ Grenzübergang und wollten die 20 nach deren Fußmarsch weitertransportieren. Blöd, dass das Duo beim Warten das Auto des diensthabenden Bundesheer-Offiziers zuparkte. 3,5 Jahre Haft für Albtraums Handlanger, 20 Monate für den Cousin. Bedenkzeit!
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