Nach Raketenbeschuss

Kreml: „Ortschaft bei Charkiw vollständig befreit“

Ukraine-Krieg
18.02.2023 14:44

Das russische Verteidigungsministerium hat die Einnahme von einem Dorf bei Charkiw gemeldet. Zuvor hatte der ukrainische Generalstab noch mitgeteilt, dass das Dorf Hrianykiwka unter Artilleriebeschuss stehe. Wegen neuer russischer Luft- und Raketenangriffe wurde in mehreren Regionen Luftalarm ausgelöst und zeitweise der Strom abgeschaltet.

„Der Feind nutzt die taktische Luftwaffe, besonders im Luftraum der besetzten Gebiete, und startet Raketen“, berichtete der Leiter des Präsidialbüros, Andrij Jermak, am Samstag in Kiew. Aus Sicherheitsgründen wurde der Strom in der Hauptstadt und deren Umland sowie im Industriegebiet Dnipropetrowsk und in der Schwarzmeer-Region Odessa abgeschaltet. Das teilte der Energieversorger DTEK mit.

Luftalarm nicht ignorieren
An die Bevölkerung appellierte Jermak, den Luftalarm nicht zu ignorieren. Das russische Verteidigungsministerium meldete unterdessen, ein Dorf bei Charkiw im Osten der Ukraine eingenommen zu haben. „Im Raum Kupjansk wurde die Ortschaft Hrjanykiwka im Gebiet Charkiw durch Angriffshandlungen der Heeresgruppe ‚West‘ vollständig befreit", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow, am Samstag.

Ukrainische Soldaten nahe Charkiw (Archivbild) (Bild: AP)
Ukrainische Soldaten nahe Charkiw (Archivbild)
Beerdigungszeremonie auf dem Friedhof in Charkiw (Bild: The Associated Press)
Beerdigungszeremonie auf dem Friedhof in Charkiw

Charkiw ist nach Kiew die zweitgrößte Stadt und liegt etwa 40 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Im Dezember war gemeldet worden, dass die russischen Soldatinnen und Soldaten aus der Region abgezogen seien. Damals trugen die Einwohnerinnen und Einwohner mehr als 1000 Geschosse auf einem Gelände zusammen. Die Trümmerteile sollen als Beweisstücke in einem möglichen Verfahren gegen Russland dienen.

Nach dem Abzug der Truppen hat die Polizei laut eigener Aussage 920 Leichen von Zivilpersonen entdeckt. Rund um Charkiw sollen 25 Folterlager gefunden worden sein. Das jetzt eingenommene Dorf Hrjanykiwka liegt wenige Kilometer östlich des Flusses Oskil, den die russischen Truppen bei ihrem Rückzug zunächst als neue Verteidigungslinie aufbauen wollten. Zuerst konnten sich die Streitkräfte nur im Norden der Ukraine halten. Inzwischen hat das russische Militär aber teilweise die Initiative in der Region zurückerobert und konnte auch andere Ortschaften einnehmen.

Kämpfe im Westen
Weitere Kampfhandlungen wurden am Samstag im Westen des Landes gemeldet. „In Chmelnyzkyj war eine Explosion zu hören. Bleiben Sie in Deckung“, warnte Militärgouverneur Serhij Hamalij die Bevölkerung auf seinem Telegram-Kanal. Kurz darauf berichtete er von einer zweiten Explosion. Der Militärgouverneur der Schwarzmeer-Region Mykolajiw, Witalij Kim, zeigte auf Telegram das Foto einer angeblich abgeschossenen russischen Rakete. Zwei Raketen hätten das Gebiet aber Richtung Westen überflogen, warnte er.

Die ukrainischen Streitkräfte haben laut eigener Aussage zwei russische Marschflugkörper von Schiffen der russischen Schwarzmeer-Flotte abgeschossen. Am Vormittag wurde der Luftalarm in den meisten Regionen wieder aufgehoben.

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