Gasrechnung

Alleinerzieherin soll 895 Euro im Monat zahlen

Oberösterreich
29.01.2023 06:00

Die Mutter eines behinderten Buben (10) ist verzweifelt, weil ihr nach einem Umzug durch die hohen Energiekosten das Geld zum Leben fehlt. Der Grund: Die Energie AG hat ihre eine Vorschreibung geschickt, die selbst Besserverdienende schocken würde.

Wie soll das gehen? Wie soll ich mir das leisten?“ Tina B. (31) aus Enns ist verzweifelt. Dabei sollte im Leben der jungen Mutter eines behinderten Buben (10) ab Dezember alles besser werden. „Ich habe eine leistbare Wohnung um 460 Euro ganz in der Nähe meiner Mutter gefunden. Die kann mir dann bei der Betreuung meines Sohnes helfen“, erzählt die Frau im Gespräch mit der „Krone“. Zudem hatte sie nach langem Suchen auch endlich einen Halbtagsjob gefunden, der es ihr möglich macht, viel Zeit mit Sohn Jonas zu verbringen. Dieser hat eine Autoimmunerkrankung und einen Chromosomendefekt, der eine verzögerte körperliche und geistige Entwicklung bewirkt hat.

Fast 900 Euro für 68 Quadratmeter
Anfang Jänner dann der Schock: Die Ennserin erhielt die erste Vorschreibung der Energie AG für ihre 68 Quadratmeterwohnung. „Ich soll jetzt 895 Euro im Monat zahlen. Gemeinsam mit Miete und Strom sind das dann 1500 Euro im Monat. Das kann ich mir bei meinem Gehalt nicht leisten. Und auch die Therapie für meinen Sohn kostet Geld“, ist die 31-Jährige völlig fertig mit den Nerven. Sie bekommt zwar noch 222 Euro Wohnbeihilfe und auch um den Heizkostenzuschuss des Landes hat sie schon angesucht. Das alles ist noch immer zu wenig.

Vertrösten auf März
Auch ein Anruf beim Kundenservice der Energie AG brachte keinen Erfolg. „Da hat man mir gesagt, ich muss bis März warten. Da kommt dann die Jahresabrechnung, da bekomme ich dann vielleicht wieder Geld zurück. Das hilft mir jetzt nichts, weil ich das Geld einfach nicht habe“, sagt sie. Die „Krone“ hat bei der Energie AG gefragt, wie es sein kann, dass eine Alleinerzieherin eine derart hohe Vorschreibung bekommt, die sich selbst Besserverdienende wohl nur schwer leisten können.

Neuvertrag mitten in der Heizperiode
„Das Problem ist, dass Frau B. als Neukundin mitten in der Heizperiode zu uns gekommen ist. Der Teilbetrag wird anhand des aktuellen Verbrauchs bemessen und der ist eben sehr hoch“, so eine Sprecherin des Energieunternehmens. Ob ein solcher Automatismus in Zeiten extrem hoher Energiekosten den Kunden zumutbar sei, wollte oder konnte man nicht beantworten. Aber: Man werde sich mit Frau B. zusammensetzen, um eine Lösung zu finden, zudem habe man die Preise für Neukunden gesenkt.

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