In Schattendorf ging vor kurzem der erste von 71 geplanten Pflegestützpunkten für das Burgenland in die Probephase. Hinsichtlich des weiteren Zeitplanes gibt es aber Bedenken.
Bei dem neuen Stützpunkt in Schattendorf handelt es sich um das Pilotprojekt für ein neues, wohnortnahes Pflegekonzept, das mit 2024 auf das gesamte Burgenland ausgerollt werden soll. Die neuen Stützpunkte werden künftig Hauskrankenpflege, Tagesbetreuung und betreutes Wohnen für ihr Gebiet abdecken.
„Grundsätzlich sind diese neuen Ziele zu befürworten. Wenn die Betreuung wohnortnah und effizient ist – umso besser“, so Franz Drescher, Geschäftsführer der Pflege- und Betreuungszentren Drescher und Vorsitzender der ARGE Heime Burgenland. „Ich sehe es positiv, dass etwas passiert. Die letzten Jahre hat der Bund verschlafen, obwohl schon lange darauf hingewiesen wird, dass hier riesige Herausforderungen auf uns warten.“
Ausschreibungen schon bald
Doch das neue „Mammutprojekt“ soll auch funktionieren und für die Klienten, die Betreiber und die Mitarbeiter passen. Hier äußert Drescher in Hinblick auf den sehr sportlichen Zeitplan bedenken. Schon Anfang des 2. Quartals 2023 sollen die Ausschreibungen für die Trägerorganisationen draußen sein – obwohl das Pilotprojekt erst einige Monate läuft.
Besser wäre es, so Drescher, die komplette Probephase von einem Jahr abzuwarten und die gewonnenen Informationen in die Ausschreibungen miteinfließen zu lassen. Gerade die Tagesbetreuung brauche eine gewisse Zeit, um sich zu etablieren. Auch eine zweite oder dritte Modellregion wäre hilfreich, da es große Unterschiede zwischen Nord- und Südburgenland gibt. „Es gibt noch viele Unbekannte“, fügt Drescher hinzu. Auch die Gesamtzahl der benötigten Pflegestützpunkte ist im Grunde genommen noch nicht abzuschätzen. Die Zahlen und Statistiken, die den aktuellen Plänen zugrunde liegen stammen von 2019/2020 – also teils noch vor der Coronakrise, die vieles verändert hat.
Auf demografischen Wandel reagieren
„Das Projekt in Schattendorf läuft bereits seit zwei Monaten und während der Pilotphase wird ständig evaluiert“, heißt es seitens des Büros von Landesrat Schneemann. Man sei bestrebt, das neue Pflegekonzept zeitnah umzusetzen, um auf den aktuellen demografischen Wandel zu reagieren. Kleinere Änderungen könnten auch nach den erfolgten Ausschreibungen noch vorgenommen werden.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.