Nach wie vor gibt es große Bedenken aufgrund der geplanten Aushubdeponie in Röthis-Malons. Dass Bürgermeister Roman Kopf den Eindruck erwecken will, das Vorhaben sei von einer breiten Unterstützung getragen, verärgert die Projektgegner zusätzlich.
Erst kürzlich war im Röthner Amtsblatt „Röthis aktuell“ ebenso wie in den Vorarlberger Nachrichten (VN) fast wortgleich zu lesen, dass die Gemeinde und die Agrargemeinschaft Röthis das seit Jahren umstrittene Projekt „Aushubdeponie Malons“ gemeinsam beschlossen haben. In beiden Artikeln entstand der Eindruck eines harmonisch und einstimmig gefällten Beschlusses. Davon kann aber keine Rede sein: „Ein Drittel der Gemeindevertreterinnen und -vertreter hat gegen das Projekt gestimmt“, ärgert sich die Fraktionsvorsitzende der Liste „WiR in Röthis“, Gudrun Sturn, über die Kommunikation des Bürgermeisters Roman Kopf. „Es wurde schlicht unterschlagen, dass noch immer berechtigte Bedenken bestehen“, spart Sturn nicht mit Kritik.
„Unsere Hauptbedenken betreffen die Altlast“
Aber der Reihe nach: In Röthis-Malons gab es bis in die 80er-Jahre eine Haushaltsdeponie. Daran anschließend befindet sich eine Aushubdeponie. Das Gelände gehört der Agrargemeinschaft Röthis, die seit Jahren eine Erweiterung für eine Bodenaushubdeponie plant. Diese soll nun auch umgesetzt werden. Sowohl in der Vollversammlung der Agrargenossenschaft als auch in der Gemeindevertretung erlangte das Projekt mit den Stimmen der Bürgermeister-Liste die Abstimmungsmehrheit.
Es wurde schlicht unterschlagen, dass noch immer berechtigte Bedenken gegen die Deponie bestehen.
Gudrun Sturn, „WiR in Röthis“
Den Deponiegegner, die sich vor allem um die erhöhte Verkehrs- und Feinstaubbelastung gesorgt hätten, sei man entgegengekommen, indem das Projekt verkleinert wurde - das behaupten zumindest die Artikel in den VN und in „Röthis aktuell“. Auch das stimme nicht: „Unsere Hauptbedenken betreffen die Altlast, also die Haushaltsdeponie“, stellt Sturn klar. Die Deponie sei die einzige im Land, die im Altlast-Kataster aufscheint, also nicht ganz ungefährlich. Jährlich müssen deshalb die Sickerwässer geprüft werden, weiters wird kontrolliert, ob Methangase austreten. Für eventuell entstehende Umweltschäden haftet aber nicht die Agrargemeinschaft, sondern die Gemeinde. „Wir wissen nicht wirklich, was in der Deponie schlummert und ob es so gefährlich werden könnte, dass diese eventuell geöffnet werden muss“, schildert die „WiR in Röthis“-Fraktionsvorsitzende.
Zwar sei zunächst geplant, die Aushubdeponie nur an Rand der stillgelegten Haushaltsdeponie zu legen und erst nach 17 Jahren direkt auf der Altlast zu arbeiten, aber auch dieses Vorgehen berge Gefahren. „Das Grundstück war zuvor ein Torfgebiet. Das Risiko ist unterm Strich einfach zu groß“, ist Sturn überzeugt.
Etliche Fragen sind noch nicht geklärt
Ob der Unwägbarkeiten ist für ihre Fraktion der Fall klar: Das Deponie-Großprojekt Malons sollte - zumindest vorerst - auf Eis gelegt werden. Zumal ohnehin fraglich sei, ob es wirklich eine Aushubdeponie im Vorderland brauche. Zudem sei auch nicht geklärt, ob und wie man sicherstellen will, dass nur Bodenaushub aus den Vorderländer Gemeinden deponiert werde. Sturn hofft jetzt noch auf das anstehende Behördenverfahren: „In diesem Rahmen könnte es noch weitere Prüfungen geben.“
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