Mit dem Duell Lionel Messi gegen Kylian Mbappé bietet das WM-Finale in Katar einen hollywoodreifen Blockbuster. Dennoch darf man die Tausenden toten Gastarbeiter bei den Stadienbauten, Verletzung der Menschenrechte, Missachtung der Pressefreiheit und die Korruption nie vergessen. Eine Kolumne von „Krone“-Sportchef Peter Moizi.
Für die Deutschen geht Katar als „WM zum Vergessen“ in die Sport-Geschichte ein. Der skurrile Rückzieher bei den One-Love-Binden, das Desaster mit dem Vorrunden-Aus, Hohn und Spott nach der Ankunft für die geprügelten Stars. Doch von einem TV-Boykott der Fans konnte keine Rede sein, anders lassen sich Einschaltquoten von bis zu 17 Millionen nicht erklären.
Gastgeber Katar und die FIFA hatten im Vorfeld der ersten Winter-WM für unzählige Skandale und Eskapaden gesorgt, ernteten dafür weltweite Kritik und Verachtung. Umso erstaunlicher die optimistischen Ankündigungen der WM-Macher, die nach dem Endspiel mit Zahlen belegen möchten, dass diese Endrunde das größte Fußball-TV-Spektakel aller Zeiten sei. Beim Kracher am Sonntag wird mit über einer Milliarde TV-Konsumenten spekuliert.
Keine Frage: Mit dem Duell Lionel Messi gegen Kylian Mbappé bietet dieses Finale einen hollywoodreifen Blockbuster, ein schönes Zeichen auch, dass sich bei den Fans trotz der widrigen Umstände in Katar die Liebe zum Fußball durchsetzt. Dennoch darf man die Tausenden toten Gastarbeiter bei den Stadienbauten, Verletzung der Menschenrechte, Missachtung der Pressefreiheit, Korruption und, und, und nie vergessen. So magisch können die herrlichsten Treffer nicht sein, um sich diesen Wahnsinn schönzureden.
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