Ernährung

Verfälscht künstlicher Süßstoff den Nutri-Score?

Lebensmittelkennzeichnung nach dem Ampelsystem - gesunde Nahrungsmittel werden mit „grün“, ungesunde mit „rot“ gekennzeichnet - zeigt nicht immer, was tatsächlich besser für unseren Körper ist. 

Artikel teilen
Drucken
Kommentare
0

59 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen  sind in Österreich - laut Statistik Austria 2022 -  zu dick. Gleichzeitig leiden 800.000 an Diabetes. Dabei ist belegt, dass richtige Ernährung helfen kann, nicht übertragbare Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere mit Übergewicht in Verbindung stehende Krankheiten zu verhindern.

Welchen Sinn hat der Nutri-Score?
Der Nutri-Score sollte eigentlich gesundheitsbewussten Kunden dabei helfen, mit einem Blick zu erkennen, welche Lebensmittel gesund sind. Wird dadurch aber tatsächlich weniger Süßes gegessen?

„Im Rahmen des aktuellen Nutri-Score-Berechnungsmodells finden Süßstoffe keinerlei Berücksichtigung. Das bedeutet, dass etwa ein Light-Getränk aktuell mit einem grünen “B„ bewertet wird“, erläutert Univ.-Lektor Mag. Dr. Manuel Schätzer, Ernährungswissenschafter von Sipcan (Initiative für ein gesundes Leben).

Krebsrisiko durch Süßstofe?
Ob ein derartiges Produkt dazu beiträgt, dass sich Konsumenten auch an weniger süße Produkte gewöhnen, darf in Frage gestellt werden, zweifelt der Experte. „Vor allem aber sind die gesundheitlichen Auswirkungen von Süßstoffen nicht abschließend geklärt. So deutet auch eine aktuell vorliegende Studie darauf hin, dass es doch Zusammenhänge zwischen Süßstoffen und Erkrankungen geben kann“, betont Dr. Schätzer.

 Auf Basis von Datenerhebungen an über 100.000 Erwachsenen der französischen NutriNet-Santé-Studie (2009-2021) wurde nun die Verbindung zwischen der Aufnahme von künstlichen Süßstoffen, insgesamt aus allen Nahrungsquellen und den am häufigsten konsumierten Aspartam [E951], Acesulfam-K [E950] sowie Sucralose [E955], und dem Krebsrisiko untersucht.

Aspartam in vielen Light-Getränken
Nach Bereinigung möglicher anderer Einflussfaktoren wie BMI, Rauchen, Alkoholkonsum etc. sowie auch diverser Vorerkrankungen hatten „Stark-Konsumierer“ von künstlichen Süßstoffen - am Beispiel von Aspartam wären das mehr als 0,33 ml Lightprodukte täglich - im Vergleich zu „Nicht-Konsumenten“ ein höheres Risiko für Tumorerkrankungen.

„Diese Ergebnisse liefern aktuelle Erkenntnisse für die laufende Neubewertung von Süßungsmitteln und sollten beim Nutri-Score unbedingt berücksichtigt werden“, erklärt Dr. Schätzer.

Karin Rohrer-Schausberger
Karin Rohrer-Schausberger
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kommentare lesen mit
Jetzt testen
Sie sind bereits Digital-Abonnent?



Vorteilswelt

Alle Magazine der Kronen Zeitung